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Was geht ab?!

Pressemappe Hausdurchsuchung 05.12.2017

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Graffiti an der Stadthalle "Göttinger Polizisten schützen die Faschisten"

Am 12.11.2016 wurden AntifaschistInnen von Neonazis angriffen, die durch die Göttinger Polizei geschützt wurden

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Solidarität mit Oli!

50 Genoss_Innen senden Solidarität nach Dresden!

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Plakate

Linke Räume erkämpfen und verteidigen!

Am Wochenende des 19. und 20. Oktober 2007 organisierte die A.L.I. eine Demonstration, eine Veranstaltung und ein zweitägiges Festival für den Erhalt linker Räume und Strukturen in Göttingen. Auf dieser Seite findet ihr unseren Aufruf, das Plakat, sowie Fotos aus Göttingen.

Berichte und Bilder zur Demo am 20. Oktober 2007 findet ihr hier.

Fotos vom Fire and Flames-/Antifa-Festival Vol.III am 19. und 20. Oktober 2007 findet ihr hier.

Bilder | Aufruf | UnterstützerInnen | Aufruf englisch | Jingle | Veranstaltung |


Bilder

Einige Tage lang war der Wilhelmsplatz rundum mit Graffiti verziert. Die Zeitung berichtete im Nachhinein von einer Anzeige gegen Unbekannt durch die Uni sowie einem Sachschaden von 4000 EUR.

Im öffentlichen Raum Göttingens wurde u.a. mittels gesprühter Ankündigungen für die Demo "Linke Räume erkämpfen und verteidigen!" mobilisiert:

Gesprühte Demoankündigung Ecke Kreuzbergring, Waldweg, Göttingen, Oktober 2007 Gesprühte Demoankündigung zwischen Williplatz und Roter Str., Göttingen, Oktober 2007

Zudem wird in Göttingen mit Transparenten am JuzI und an Häusern im Kreuzbergring, in der Goslerstr., der Roten Strasse, der Gotmarstraße und der Humboldtallee auf den Konflikt um die linken Häuser aufmerksam gemacht.

Jugendzentrum Innenstadt, Juli 2007 Kreuzbergring 12, Juli 2007 Goslerstr., Oktober 2007 Rote Straße, Juli 2007 Gotmarstraße, Juli 2007 Humboldtallee 9, September 2007


Aufruf

Titelblatt: Aufruf Im folgenden findet ihr unseren Aufruf "Linke Räume erkämpfen und verteidigen!". UnterzeichnerInnen und unterstützende Gruppen stehen ganz am Ende .

Linke Räume erkämpfen und verteidigen!

Linke Räume sind in der Bundesrepublik und ganz Europa ein heftig umkämpftes Terrain zwischen linken AktivistInnen und der staatlichen Repressionsmaschinerie. Einige Beispiele aktueller Kämpfe:

- In den ersten Märztagen 2007 wurde das Ungdomshuset, ein linkes Wohn- und Kulturprojekt, in Kopenhagen geräumt. Daraufhin lieferten sich mehrere Tausend Menschen Auseinandersetzungen mit der Polizei, um ihr Haus zu verteidigen.
- Jugendliche in Hennigsdorf bei Berlin erkämpften sich im Juli diesen Jahres ein eigenes Kulturzentrum.
- Im gleichen Monat wurden zwei besetzte Häuser in Genf gewaltsam von der Polizei geräumt, worauf UnterstützerInnen mit militanten Auseinandersetzungen antworteten.
- Ganz aktuell wird die Köpi in Berlin, ein von Räumung bedrohtes autonomes Wohn- und Kulturprojekt, mit einer regional übergreifenden Kampagne von vielen linken Gruppen unterstützt.

Diese Ereignisse demonstrieren in einer Situation von massiven Verschärfungen der sozialen und politischen Situation offensiven Widerstand, der gesellschaftliche Widersprüche sicht- und angreifbar macht - ebenso wie die Demonstrationen von zehntausenden Menschen gegen den G8 Gipfel Anfang Juni 2007, als Tausende durch ihre Mittel der Auseinandersetzung bewusst mit staatlichen Regeln gebrochen haben.

Häuserkämpfe auch in Göttingen?
Göttingen, eine mittelgroße Universitätsstadt mit einer starken Tradition autonomer Politik, ist jetzt mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Neben dem Autonomen Jugendzentrum (JuZI, seit 1982), dem Roten Buchladen (Buchladenkollektiv, seit 1972), dem Theaterkeller (eine kollektiv betriebene Kneipe, seit 1964), hat die linke Szene in Göttingen lange Zeit von einem Netz selbstverwalteter Studentenwerkshäuser gelebt. Am symbolträchtigsten ist sicher der Block “Rote Straße 0-5”, jedoch sind noch weit mehr Häuser und Projekte von diesen „Umstrukturierungsmaßnahmen“ betroffen.
Die in der Innenstadt gelegenen Häuser der Roten Straße mit ihren ca. 50 BewrInnen wurden Anfang der 1970er Jahre besetzt, nachdem die Universität beschlossen hatte, die Häuser abzureißen. Nach einer Phase des illegalen Wns wurden die Häuser durch Verträge mit dem Studentenwerk legalisiert. Diese Verträge garantierten bezahlbare Mieten, unbegrenzte Wohnzeit für StudentInnen und erlaubte überdies einer begrenzten Zahl von Nicht-Studierenden die Häuser mit zu bewn.
Neben diesen Annehmlichkeiten ist aber das Wesentliche an solchen Projekten, dass damit die individuelle Beziehung von VermieterInnen und MieterInnen aufgelöst wird, und an dessen Stelle kollektive Verträge zwischen denen, die die Häuser bewn, und dem Studentenwerk getreten sind. Das ließ den HausbewrInnen einen relativ großen autonomen Handlungsspielraum - zum Beispiel darüber zu entscheiden, wer einzieht und wer nicht.
Allein die Größe dieser Gebäude, zusammen mit ihrem selbstverwalteten Charakter, machen sie zu einem begehrten Ort für Treffen, Filmnächte, zur Vorbereitung für Demonstrationen und andere Ereignisse, Partys usw. Sie sind damit als wichtige Strukturen der Linken in Göttingen zu charakterisieren.

Diese kollektive Struktur, ein Modell, das so auch in anderen Studentenwerkshäusern praktiziert wurde, versucht das Studentenwerk im Einklang mit der Universität seit einigen Jahren u. a. durch die Kündigung von Kollektivverträgen und deren Ersetzung durch individuelle Verträge zu zerschlagen.

Warum linke Räume erkämpfen?
Leider haben die bisherigen Bemühungen unserer Bewegungen nicht ausgereicht, um die Kräfteverhältnisse grundlegend zu verschieben. Immer tiefgehender werden alle gesellschaftlichen Bereiche im Sinne der kapitalistischen Verwertungslogik in Hinblick auf ihre Rentabilität und Profitabilität umstrukturiert. Dies gilt nicht nur für Wohnraum und Veranstaltungsmöglichkeiten: Im Alltag gilt dies auch für Betroffene der Hartz-Gesetze, bei der Einführung von Studiengebühren und der stetigen Verschärfung der Arbeitsbedingungen für die Mehrheit der Arbeitenden. Durch zunehmenden Druck in all diesen Bereichen sehen sich viele Menschen immer weniger in der Lage, kollektiv zu agieren und Widerstand zu organisieren. Stattdessen dominieren individuelle Lösungsversuche.
Nun ist zuerst nichts abzulehnen, was die Lebenssituation der Einzelnen verbessert. Allerdings wollen wir eine Perspektive eröffnen, die über die individuelle Lösung von in der Gesellschaft selbst angelegten Konflikten hinausgeht. Denn die eigenen Probleme haben in der Regel wenig mit einer zufälligen "Unglückslage" zu tun und sind oftmals weit mehr als nur individuelle Probleme. Stattdessen muss es darum gehen, sich gemeinsam mit Anderen zusammen zu schließen, die eine ähnliche Perspektive teilen und solidarisch mit anderen gesellschaftlichen Gruppen für eine andere Gesellschaft zu kämpfen. Das hat im Konkreten die Perspektive, sich nicht allein mit dem Sozialamt herumschlagen zu müssen, sich nicht allein dem Leistungsdruck in Universität und Schule auszusetzen und sich nicht allein um Kind und Nebenjob kümmern zu müssen.

Egal in welcher Form sich eine solche Organisierung mit anderen gesellschaftlichen Gruppen gestaltet - sicher ist, dass sie Orte und Strukturen benötigt, um entwickelt und umgesetzt werden zu können. Dazu nehmen wir uns selbst gestaltete Formen und Räume, die mit unseren Inhalten gefüllt werden können. Damit entziehen wir uns zugleich dem Prozess der kapitalistischen Durchstrukturierung gesellschaftlicher Räume und organisieren uns stattdessen dagegen.

Solche linken Räume sind auch Wohngemeinschaften, in denen ein solidarisches und kollektives Zusammenleben entwickelt werden kann. Erst durch diesen gemeinsam geschaffenen Rahmen kann auch bei zunehmendem Druck von außen politisches Handeln möglich gemacht werden. Während soziale Probleme in einem hierarchisch-bürokratischen Studierendenwohnheim in Ausschüsse oder zur individualisierten Psycho- oder Sozialberatung verschoben werden, können kollektive Strukturen Handlungsspielräume für die Etablierung einer Alternative zu vorgegebenen Handlungsmustern schaffen. Genau solche Alternativen sind notwendig, um politisch langfristig handeln zu können.
Darüber hinaus bedarf es für linke Politik generell auch leicht zu erreichender Anlaufpunkte, um die von uns gesetzten Debatten zu führen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Auf einer politisch-kulturellen Ebene kann dies durch Konzerte, Diskussionsveranstaltungen, als auch durch vorgelebtes politisches Selbstverständnis in Jugendzentren geschehen. Ein Minimalkonsens zu antisexistischen, antifaschistischen, antirassistischen und solidarischen Verhaltensweisen macht diese Räume zudem zu Rückzugsräumen, aber auch zu Bereichen, von denen aus wir offensiv nach außen treten und eine linke Alltagskultur entwickeln können. Ausgehend von diesen Räumen kann sich eine Organisierung entwickeln, kann sich eine Lebens- und Alltagskultur etablieren, die in der Lage ist, die bestehenden Verhältnisse von Grund auf zu verändern.

Wir wollen euch … in Göttingen!
Gerade auch für die Bekämpfung reaktionärer Tendenzen in der Gesellschaft sind solche Räume von Notwendigkeit: Dort, wo linke Räume nicht vorhanden sind, gewinnen faschistische und andere reaktionäre Positionen schnell an Bedeutung. Das beste Mittel gegen die Ausbreitung sexistischer, faschistischer und rassistischer Strukturen bleibt eine starke linke Kultur.
Besonders in der ländlichen und kleinstädtischen Region um Göttingen erstarken in den letzten Jahren erneut neofaschistische Strukturen. Gedeihen können diese in einem schwarz-braunen gesellschaftlichen Klima des Verschweigens und Wegschauens. In Herzberg am Harz, nur wenige Kilometer von Göttingen entfernt, bleibt beispielsweise ein "Rock gegen Rechts" Konzert auf Betreiben des CDU-Bürgermeisters Gerhard Walter verboten. Dieses würde nur Punker anziehen und für Unruhe sorgen, so der Ex-Polizist. Selbiger Bürgermeister trank beim NPD-Landesparteitag am 15.4.2007 in Scharzfeld/ Herzberg mit dem versammelten NPD-dienst "eine Apfelsaftschorle", wenig später drohte er FotojournalistInnen und einem NDR-Fernsehteam. Während Neonazis und rechte Jugendcliquen sich hier wie "Fische im Wasser" bewegen können, fehlt es antifaschistischen Jugendlichen an Räumen. Jede emanzipatorische Bewegung an jedem Ort im Harz braucht unsere Unterstützung, um sich ihre Räume zu erkämpfen.

Dies gilt auch gerade für die betroffenen Wohnprojekte in Göttingen: Für manche mögen sich die Maßnahmen des Studentenwerks als nervige, aber nicht gerade schrecklich wichtige, bürokratische Umstrukturierungsmaßnahmen darstellen. Doch die Folgen dieser Umstrukturierungspläne sind weitreichender: Treten individuelle Mietverträge an Stelle der Kollektivverträge, wird den Häusern ihr kollektiver Charakter nach und nach entzogen. Linksorientierte Menschen werden noch eine Weile darin leben, aber früher oder später durch normale Studierende ersetzt werden, da nun die BewrInnen keinen Einfluss mehr auf die MitbewrInnenauswahl haben. Die Zeiten in denen die “Rote Straße” ein Teil der Göttinger linken Infrastruktur war, könnten damit schnell Geschichte werden.

Eine zweite Variante ist, dass die BewrInnen der “Roten Straße” zu einem bestimmten Zeitpunkt über die Beendigung ihrer Mietverträge informiert werden und sich weigern, individuelle Mietverträge zu unterzeichnen. Sollte das Studentenwerk auf seinem Kurs beharren, gibt es kaum noch Möglichkeiten letztendlich um eine Illegalisierung der Wohnsituation herumzukommen - gefolgt von einer möglichen Räumung.

Um solch ein Szenario zu verhindern, bitten wir euch deshalb alle uns diesen Herbst zu besuchen. So wie wir in Solidarität zu verschiedenen Projekten in Deutschland und Europa mobilisiert haben und dort hin gereist sind, bitten wir euch uns diesmal diesen Gefallen zu tun: Wir mobilisieren am Samstag, den 20.10.2007 zu einer Demonstration in Göttingen. Es ist die Woche, in der das Semester an der Uni wieder beginnt und auch das „Fire and Flames”-Festival stattfindet. Ziel dieser Demonstration ist es, dem Studentenwerk eine klare Botschaft zu vermitteln: Es ist in ihrem besten Interesse, die Rote Straße und andere selbstverwaltete Strukturen in Ruhe zu lassen und produktive Verhandlungen mit der “Here to Stay”-Kampagne der BewrInnen zu beginnen!

Wir sind nicht die “Here to Stay”-Kampagne, wir sind nicht an Verträge oder legalistische Handlungsweisen gebunden. Wir sind nicht allein und werden keine weiteren Angriffe auf linke Strukturen mehr dulden. Wir wollen hiermit nur den freundlichen Vorschlag machen, dass die zuständigen Stellen im Studentenwerk damit aufhören, Kollektivverträge zu kündigen und stattdessen konstruktive Verhandlungen mit der Kampagne beginnen. Ansonsten werden sie sich mit einer mobilisierten radikalen Linken herumschlagen müssen.

Wir brauchen - gerade zu Zeiten wie diesen - viel mehr solcher Strukturen und Räumlichkeiten. Stattdessen werden linke Räumlichkeiten und Infrastrukturen zunehmend von staatlicher und privatwirtschaftlicher Seite zerstört. Deshalb fordern wir alle Menschen auf, sich diesem Prozess entschlossen und organisiert entgegenzustellen. Dort, wo unsere Plätze angegriffen werden, müssen wir Widerstand leisten. Dabei können wir auf Erfahrungen von internationalen Kämpfen zurückgreifen, in denen kollektive Strukturen in ganz Europa verteidigt werden.

Talking is over, action is on!
Hoch die internationale Solidarität!

Antifaschistische Linke International >A.L.I.< im September 2007

Diesen Aufruf unterstützen:

Plakate Antifaschistische Aktion Kamen, Antifa AK Köln, Antifaschistische Aktion LEVerkusen [AALEV], Antifaschistische Aktion Münster (AfA), Autonome Antifa Karlsruhe, Autonome Antifa Lüdenscheid [AAL], Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB], Autonomes Zentrum Lüdenscheid, Jugendzentrum Innenstadt JuzI Göttingen, Jugendzentrum JUZ Mannheim, KULTKULTURAUSBESSERUNGSWERK - Autonomes Zentrum für Kultur und Politik (Leverkusen), Linke Aktion Göttingen (LAG), „Nägel mit Köpfen e.V. (Karlsruhe), North East Antifascists [NEA] (Berlin), Rod Ungdom (Kopenhagen), SyndiKA (Syndikatsgruppe Karlsruhe), Ultras RW Lüdenscheid, www.nextsteffi.tk

Die Demonstration unterstützen:

Basisgruppe Medizin (Göttingen), Kreisverband und Ortsverband Göttingen von DIE LINKE., Lisa:2 (Marburg)


plakat demo freiräume

Defend autonomous free spaces!

Demonstration | Saturday, 20th OCTOBER 2007

14:00 | Marketplace Göttingen

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Interesting Times
In early March of this year, the Ungdomshuset, an autonomous living and culture space in Copenhagen, was evicted and demolished. In the days following the eviction, thousands of people fought street battles with the police in an enraged reaction to this aggression. In early June of this year, tens of thousands demonstrated against the G8 summit, and many thousands consciously chose to break with the states accepted means of “expression.” In July, youths in Henningsdorf, near Berlin, chose to create their own autonomous space, without waiting to have it handed to them by the state. Later the same month, the evictions of two squatted houses in Geneva were again met with militant resistance. And of course, the sale and planned eviction of Berlin's Koepi, promises to be a long and hard struggle.

All of these events are examples of the fact that, despite the wave of social and political repression of the last 10 years, it is still possible to develop and put into practice an effective resistance which makes the contradictions in society visible…and attackable!

A Quiet Place Called Goettingen…
Goettingen, a mid-sized university city with a strong tradition of autonome politics, is now faced with a possibly similar situation. Besides the Autonomous Youth Center (Juzi, established 1982), Roter Buchladen (collective bookstore, existing since 1972), Theaterkeller (collective bar, established 1964), the left-wing scene in Goettingen has long benefited from a network of University owned, but self-managed, collective houses. Most emblematic of these, is the building block “Rote Strasse 0-5.”

Located in the center of Goettingen and housing approximately 50 people, the “Rote Strasse 0-5” was originally squatted in the early 70s after the University developed plans to demolish the houses. After a period of illegality, the houses were legalized through a contract with the University. This contract guarantees affordable rent prices, unlimited living time in the houses for students, and allows for a limited number of non-students to also live in the houses. Most importantly, these contracts did away with the individual relationship between landlord and tenant, replacing this with collective contracts between the “associations” which manage each building and the University, leaving a great deal of autonomy in the hands of the “association,” such as for example deciding who moves in and who moves out of the houses.

The sheer size of these buildings, along with their self-managed character, has made them an ideal staging ground for meetings, movie nights, preparation area for demonstrations and other events, parties, and the like, making it a central aspect of Goettingens radical left structures.

It is this collective structure, a model used in several other University owned but relatively self-managed collective houses, which the University of Goettingen has recently begun destroying, by progressively ending or refusing to renew the contracts of the associations, and implementing individual contracts between students and itself.

Defend Autonomous Free Spaces! But Why?
Unfortunately, the efforts of our movements have not been enough to shift the dominant power dynamic in a progressive and emancipatory direction. The restructuring of almost all significant aspects of the public and private sphere to fit the needs of the capitalist profit logic and reduce almost every aspect of existence to a “cost - benefit” analysis is a sad, but unavoidable, reality. This applies to living space and cultural centers, but is of course much further reaching. The “Hartz 4” reforms, the implementation of student tuition, and ever worsening workplace conditions, are just some of the more significant examples of this process. The ever increasing pressure in all these areas of life, leave less and less people in a position where it is possible for them to act collectively in order to organize resistance, leaving the individual “escape” as only imaginable solution.

Clearly, there is nothing inherently negative about individual taking steps to improve their lives. However, the objective should be to open perspectives which go beyond individual solutions to system endemic problems, as individual hardship is seldom caused by “bad luck,” but is rather a symptom of a much deeper societal reality.

Therefore, the key lies in banding together with others who share a similar reality, fighting together in solidarity with other oppressed or under-priviliged groups, and fighting collectively to change the society in which we live! Concretely, this has the immediate advantage of not having to face the bureaucrats from the Social Welfare office alone, not being isolated when faced with pressure from the University or School, or face the difficulties of two jobs and a child without support.

Regardless of what form collective resistance takes, what is certain is that it needs places and structures to support and strengthen it. To this end, we create autonomous free spaces to which we can give the shape and substance of our political and social ideas. Simultaneously, the creation of these spaces is also an action against the profit driven structuring of collective spaces, and a space in which to organize against this reality.

Left-wing houses and living spaces are an example of such free spaces, in that they are a place in which it is possible to develop a collective and mutually beneficial daily experience. It is also through the support of such a living structure, that it is easier to resist the pressures of capitalist society and develop collective forms of resistance. Where in a hierarchical, atomized, and bureaucratic student dorm, conflicts are often pushed into the realm of the private and handled in a “social worker/psychologist” manner, collective structures offer us possibilities for the establishment of alternatives to the social, economic, and organizational “options” otherwise presented to us, and it is precisely these alternatives which are necessary to work towards the development of long-term political action.

Furthermore, left-wing politics needs easy to reach open spaces, as places where our debates and ideas can be developed and carried into the public eye. On a political/cultural level this can be accomplished through concerts, debates, meetings, as well as the general progressive “minimal consensus” in infoshops and autonomous youth centers. It is also this “minimal consensus” of anti-sexism, antifascism, anti-racism, and an atmosphere of mutual solidarity and support which makes these spaces not only places to take retreat from the dynamics of capitalist society, but spaces from which our ideals can be carried outwards through the development of a left-wing lifestyle. Clearly, “free spaces” are no alternative to organization and involvement in social struggles, but they can be a good starting point for working to change the current power dynamic from the ground upwards.

Goettingen….Here You Come!
Autonomous free spaces are not just an offensive tool to build and strengthen left-wing culture, but also a defensive one, useful to resist reactionary tendencies in society. Where left-wing spaces and politics are absent or weak, fascist and other reactionary positions quickly move in to fill the void. The best method against the expansion of sexist, fascist, and racist positions was, is, and will always be a strong left-wing movement and culture. The regions around the city of Goettingen are a poignant example of this fact, as the last years have been marked by the city government forbidding “Rock Gegen Rechts” (Rock Against the Right) concerts with, among other excuses, the argument that such events only attract “violent autonomes and junkies.” The impossibility of organizing even such basic events as a concert against right-wing extremism clearly shows the challenges to organizing where strong left-wing structures are absent, as well as the importance of strong outside support to preserve and strengthen those existing structures.

 

This is precisely the case of the endangered collective spaces in Goettingen. For some, the proposed reforms of the University of Goettingen may seem like annoying, but not particularly important, bureaucratic reforms. But the consequences these reforms would have are very significant: if individual rent contracts are accepted (or forced) the collective character of these spaces would immediately be lost. Left-wing oriented people will of course continue living there for a few years, but sooner or later they will be replaced by “normal” students, as the people living in the houses will no longer be those deciding who moves into them. Thus, the time when the “Rote Strasse” was a part of Goettingens radical left infrastructure will quickly become history.

The second possible scenario is that the inhabitants of the “Rote Strasse” and other collective houses will at some point be informed of the termination of the collective contracts, and refuse to sign individual ones. Should the University refuse to change its course, there are few possibly outcomes beyond an eventual illegalization of the housing situation, followed by an eventual eviction.

Therefore, in order to prevent such a scenario, we ask all of you to visit us this fall. Just as we have mobilized and travelled in solidarity with our comrades across Europe over the last years, we are now asking you to return the favor!

We are mobilizing to an international demonstration in the city of Goettingen on Saturday, October 20th, the week that the University semester begins and the weekend ofthe annual “Fire and Flames Festival” to give the University of Goettingen a simple message: that it is in their best interest to take their hands off the Rote Strasse and other self-managed structures and begin honest, productive negotiations with the “Here to Stay” campaign!

We are not the “Here to Stay” campaign, we are not bound by contracts or legality, we are not alone, and we will not accept more attacks on left-wing spaces. Thus, we can only make the friendly suggestion that they cease terminating contracts and begin fruitful negotiations with the campaign, otherwise they will have to deal with the mobilization of the radical left.

What we need, especially in times like these, is more self-managed and collective spaces. Instead, what we are experiencing is a constant attack on our spaces and structures, carried out both by the state and private enterprise. For this reason, we call on our movement to resist these aggressions in an organized and determined manner. There where are spaces are attacked, is where we must apply the lessons learned defending autonomous spaces around Europe, and make our resistance strong!

Talking is Over, Action Is On!


Material

Hier könnt Ihr Euch unseren Mobilisierungsjingle (2,1 MB) für die Demonstration "Linke Räume erkämpfen und verteidigen!" am 20.10.2007 in Göttingen runterladen.


Linke Räume erkämpfen und verteidigen!

Info- und Diskussionsveranstaltung

One struggle, one fight!

Von Berlin bis Kopenhagen. Vergangenheit und Perspektive linker Freiräume in Europa

Freitag, 19.10.2007 | 18:00 | Apex | Burgstr. 46 | Göttingen

Veranstaltet von der >A.L.I.< mit ReferentInnen von North East Antifascists [NEA] Berlin und des Autonomen Kulturzentrums Köpi in Berlin.

Die Bilder von rennenden Polizeibeamten und schrottreifen Einsatzwagen in den Straßen von Kopenhagen gingen im Dezember 2006 um die Welt. Sie erinnerten die Staatsmacht auf ein Neues, wie angreifbar sie ist. Grund war der angekündigte Räumungstermin des linken Zentrums Ungdomshuset. Internationalen Brigaden und einer landesweiten Mobilisierung in Dänemark war es gelungen, die Räumung im Dezember zu verunmöglichen. Am 1. März 2007 wurde das Ungdomshuset geräumt, begleitet von erneuten massiven Protesten.

Mit dem Verweis auf die Ausschreitungen in Kopenhagen rechtfertigte der Staatsapparat auch in Berlin die Repression gegen politische Aktionen, die sich für den Erhalt des autonomen Politik- und Kulturzentrums Köpi einsetzen. Die Köpi wurde am 8. Mai 2007 verkauft und steht seitdem, als eines der ältesten Berliner Projekte, zur Disposition. Ende 2007/Anfang 2008 wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Räumung der Häuser in der Rigaer Straße in Friedrichhain anstehen. Die Brandstiftung in der Rigaer 84 und der steigende Druck auf die Häuser Rigaer 94 und Liebigstr. 14 durch den Besitzer Suitbert Beulker sind als entsprechende Vorzeichen einer Liquidierung der Projekte zu verstehen. Ebenfalls sind Projekte wie das Tuntenhaus in Prenzlauer Berg und der Frauen/Lesben/Trans-Wagenplatz "Schwarzer Kanal" unter Druck und brauchen rege Unterstützung.

Im Vortrag werden die ReferentInnen einen kurzen Überblick über die Situation linker Hausprojekte in Europa verschaffen. Schwerpunkte sind dabei die Kämpfe für das Ungdomshuset und Berliner Hausprojekte wie die Köpi. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Auseinandersetzung und Diskussion über Gegenstrategien im Bezug auf die Stadtumstrukturierung, die sich in Berlin in Form des Kommerz-Bauprojektes "Media Spree" formiert. Ebenso kann und soll es eine Perspektivdiskussion um die Situation der Studentenwerkshäuser in Göttingen geben.

Bottom Line