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Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007

Back in the Days - Jam Part I

Reclaim the streets!

Graffitiaction und Hip-Hop-Konzert am 14.Juli 2007 auf dem KAZ-Platz und im Jungen Theater, Göttingen

Am Samstag, den 14.07.2007 fand die HipHop-Jam "Back in the Days - Reclaim the streets" auf dem Göttinger Wochenmarktplatz und im Jungen Theater statt. Damit wollten wir ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende Kommerzialisierung und Entpolitisierung des HipHop in den letzten Jahren setzen. Der Entwicklung, dass öffentlich wahrnehmbarer HipHop fast nur noch aus sexistischem und homophobem Rap besteht, wollen wir mit linken Inhalten entgegenwirken. Gerade in der Geschichte des HipHop wird die gesellschaftskritische Dimension deutlich: HipHop wurde von jungen Leuten aus margianlisierten Gebieten entwickelt, um auf ihre soziale Situation und gesellschaftliche Missstände und Widersprüche aufmerksam zu machen. Ein weiteres Anliegen unsererseits ist, eine klassische Jam mit den Elemeneten Graffiti, Breakdance und Gesang, wieder zu etablieren, denn die Organsierung dessen nimmt seit Jahren rapide ab. Gerade der Bereich des Graffiti ist uns wichtig, da dieser an sich die (Wieder-)Aneignung von öffentlichen Räumen thematisiert. SprayerInnen nehmen sich die öffentlichen Flächen und widersetzen sich damit der Ordnung von Bürgerlichem Gesetzbuch und Stadtverwaltungen. Unter anderem durch das Installieren von Kameras soll die Aneignung der öffentlichen Räume kriminalisiert werden. Öffentliche Räume - egal welcher Art - müssen immer wieder erkämpft und erhalten werden.

Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007Am Nachmittag fand auf dem Göttinger Wochenmarktplatz in chilliger Atmosphäre die gut besuchte Graffitiaction statt. Auf einer Fläche von 50 Quadtratmetern sprayten diverse KünstlerInnen ihre Werke. Verschiedene Stilrichtungen wurden hierbei zum Ausdruck gebracht. Bei Musik und sonnigem Wetter schauten sich etliche Leute die Aktion den Nachmittag über an. Die Graffitiwände wurden anschließend im Saal des Jungen Theaters ausgestellt.

Observiert wurde das ganze Geschehen anfänglich von einem Polizisten in Zivil. Dieser ist an die Graffitiwände herangekommen und wollte Fotos machen. Er hat sich nicht als Polizeibeamter zu erkennen gegeben oder ausgewiesen. Von den VeranstalterInnen wurde der Beamte davon abgehalten, die Fotos zu machen und zudem als Polizist "geoutet". Nachdem er noch von weiteren Observationsteams gesprochen hat, ist er daraufhin gegangen. Dieser Vorfall reiht sich ein in den damaligen Observationsskandal der Göttinger Polizei in Bezug auf Veranstaltungen, die mit der A.L.I. zu tun haben.

Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt, 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt, 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt, 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt, 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt, 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt, 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt, 14.07.2007  Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007 Graffitiaction, Göttinger Wochenmarkt 14.07.2007

Im Anschluss an die Graffitiaktion fand in Jungen Theater ein HipHop-Konzert mit Main Concept, Microphone Mafia, Chaoze One & Lotta C, Independenzia und Caho & Gemini statt. Im Vorfeld des Konzerts liefen verschiedene Filme über die Graffitiszene der Region im Foyer des Jungen Theaters. Obwohl das Konzert seinem Namen "Back in the Days" alle Ehre machte, da es wie die Jams in alten Tagen eher ein Geheimtipp blieb, herrschte bei den wenigen BesucherInnen Spitzen-Stimmung.

Microphone Mafia, Junges Theater 14.07.2007 Microphone Mafia, Junges Theater 14.07.2007 Microphone Mafia, Junges Theater 14.07.2007 Microphone Mafia, Junges Theater 14.07.2007 Microphone Mafia, Junges Theater 14.07.2007 Microphone Mafia, Junges Theater 14.07.2007 Microphone Mafia & Lotta C, Junges Theater 14.07.2007 Microphone Mafia & Lotta C, Junges Theater 14.07.2007 Microphone Mafia & Lotta C, Junges Theater 14.07.2007 Main Concept, Junges Theater 14.07.2007 Main Concept, Junges Theater 14.07.2007 Main Concept, Junges Theater 14.07.2007 Main Concept, Junges Theater 14.07.2007 Main Concept, Junges Theater 14.07.2007 Main Concept, Junges Theater 14.07.2007 Main Concept, Junges Theater 14.07.2007 Antifa Infotable im Foyer, 14.07.2007

Veranstaltet wurde das Ganze von der Antifaschistischen Linken International A.L.I., dem Verein zur Förderung antifaschistischer Kultur e.V. und dem Kultur- und Kommunikationszentrum KAZ


Im folgenden könnt Ihr unseren Ankündigungstext nachlesen:

Reclaim the streets!

Back in the days Jam Part I

Reclaim the streets!

Kaum eine Subkultur legt soviel Wert darauf, "aus dem Ghetto" zu kommen, so "underground" zu sein, wie HipHop. Zeitgleich gibt es kaum eine Subkultur, die so vom Mainstream aufgesaugt wird. Eine eigene HipHop-Bravo, zahlreiche Fernsehspecials und Kinofilme, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Diesem Missverhältnis versucht ein großer Teil der Artists und Fans durch eine Gangsterattitüde zu entfliehen - Frauen- und Schwulenfeindlichkeit und ein völlig stumpfes Gedisse gegen alles, was nicht in die jeweilige Homie-Konzeption passt, ersetzen die Auseinandersetzung mit der eigenen Situation.

Dabei bietet HipHop zahlreiche Möglichkeiten, die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu begreifen und anzugreifen. Rap, der auf die sozial angespannte Situation in den französischen Vorstädten aufmerksam macht und diese kritisiert, ist dafür nur ein Beispiel.

Plakat zum HipHop-Jam

Auch im Bereich Graffiti bewegt sich HipHop in der direkten Auseinandersetzung mit staatlicher Überwachung und Repression. Thematisiert wird es trotzdem kaum. Wo auf extra organisierten Anti-Graffiti-Kongressen immer härtere Strafen für SprayerInnen gefordert und diese mit Hubschraubern gejagt werden, öffentliche Plätze vor Kameras nur so strotzen und zahlreiche Menschen ein Leben in Armut und Diskrimimierung in den Vorstädten fristen müssen, dass ihnen oft nur die Perspektive zur Kriminalität lässt, gibt es genug, womit man sich auseinandersetzen müsste.

In Göttingen, das nur eine lose HipHop-Szene hat, wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass Leute sich treffen, austauschen und connecten können. In der Hoffnung, dass die Jam nur der Beginn einer Reihe von Veranstaltungen ist und sich die Möglichkeit einer andauernden und intensiven Auseinandersetzung bietet, vor allem aber in der Hoffnung auf einen netten Tag und ein großartiges Konzert:

Reclaim the streets!

Bottom Line