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"Wer bist du, dass du sprichst?" - Sexuelle Folter in der Türkei

Film- und Diskussionsveranstaltung der A.L.I. am Dienstag, den 19.Juni 2007 im Kino Lumiere, Geismarlandstr. 19, Göttingen

Regie: Maria Binder und Verena Franke, 2004, 64 Min.

Die Norm des Menschen in der heutigen Gesellschaft ist heterosexuell, männlich und weiß. Personen, die sich nicht in diese Gruppen fügen (wollen/lassen), erfahren schnell, dass sie zu Menschen, die sich diese Zuschreibungen zu eigen machen, in einem hierarchischen Verhältnis stehen, in dem sie niedrigere Positionen einnehmen. Neben den alltäglichen Diskriminierungen werden gegen sie wesentlich schneller Gewaltakte verübt. Diese Probleme aller nicht heterosexuellen und männlichen Personen thematisiert der Film "Wer bist du, dass du sprichst?" am Beispiel der Türkei und führt gleichzeitig dem Klischee der "rückständigen Orientalin" fünf eindrucksvolle Niederlagen zu. Wir, die Antifaschistische Linke International, wollen mit dieser Veranstaltung auf die Lebenswelten von Frauen und Transidentitäten in der Türkei aufmerksam machen, aber den Blick nicht dort belassen. Wie setzen sich die Geschlechter(re)konstruktionen im Exil fort, so die betroffenen Personen denn die Möglichkeit haben, das Land zu verlassen?

Der Film "Wer bist du, dass du sprichst?" verdeutlicht welche Rolle der Körper der Frau als Austragungsort gesellschaftlicher Wertvorstellungen hat. Wie geht die Gesellschaft mit "der Frau", beziehungsweise Transidentitäten um? Und darüber hinaus gehend: Wer definiert wen?

Konkret lässt der Film fünf Frauen und Transidentitäre aus Istanbul ihre Geschichten erzählen. Geschichten, deren Inhalt sich um sexuelle Folterverbrechen des türkischen Staates entwickeln und die alle bereits vorher von den Betroffenen öffentlich gemacht wurden. Im Mittelpunkt der Darlegungen ihrer jeweiligen Leben steht allerdings nicht die explizite, körperliche Gewalterfahrung, sondern der Umgang mit dem, was ihnen aufgrund ihres politischen Engagements zugefügt wurde. Wie ist ihr Umgang mit der Angst? Wie reagieren Familie - für die eine Verwandte, die einem sexuellen Gewaltakt ausgesetzt war, häufig eine Schande darstellt - sowie FreundInnen und Gesellschaft? Wie wirken sich diese anschließenden, jeden Tag reproduzierten Erfahrungen auf ihre Leben aus? Gerade die Verarbeitung des Erfahrenen und die Suche nach einem eigenen, selbstbestimmten, emanzipierten Lebensweg in einer patriarchalischen Welt, die genau dieses verhindern will, ist das Thema des Films. Dabei zeigt er immer wieder die Verbindung von staatlicher Gewalt und der gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlecht.

Enstanden ist der Film von Maria Binder und Verena Franke in den Jahren 2000 bis 2004. Angeregt durch die Mitarbeit im Frauenrechtsbüro Berlin begann die Recherche. Sie erfuhren von einem Kongress, auf dem 18 Frauen öffentlich über ihre Erfahrungen berichten wollten. Dies geschah dort zum ersten Mal in der Türkei. Die Frauen werden angeklagt. Beim Prozess sind die Regisseurinnen Beobachterinnen. Anschließend entwickeln sich die Zusammenarbeit mit und die Kontakte zu Betroffenen.


Bei der Veranstaltung war Maria Binder, eine der Regisseurinnen für ein Gespräch im Anschluss anwesend.

Weitere Infos unter www.cornix-film.de

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