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Antifaschismus in Italien und Deutschland - gestern und heute

Auf Einladung der Gruppe Paula aus Bayern sowie des Kollektivs der „Panetteria Occupata“ im Mailänder Stadtteil Lambrate diskutierten im April 2007 AntifaschistInnen aus Italien und Deutschland. Mit dabei war auch ein Vertreter der Antifaschistischen Linken International.

 

Etwa 70 Menschen waren gekommen, um sich in dem kleinen Veranstaltungssaal des seit über zwanzig Jahren besetzen Hauses, der „Panetteria Occupata“, Kurzreferate von Zeitzeugen des Faschismus sowie Vertretern der heutigen Linken anzuhören.

Plakat zur VeranstaltungDen Anfang machte Giovanni Gerbi, Vizevorsitzender der Associazione Nazionale Partigiani d'Italia (ANPI) und ehemaliger Partisan aus Mailand. Ihm folgte Marcello Citano aus Florenz, ebenfalls ehemaliger Partisan. Beide erzählten von ihren Erlebnissen und ihrer damaligen bzw. heutigen Motivation, denn beide sind noch politisch aktiv.

Besonders Giovanni Gerbi war anzumerken, wie groß sein Enttäuschung gewesen sein muss, als die Kommunistische Partei nach dem Ende Mussolinis die Partisanen und Partisaninnen, dazu aufforderte, die Waffen abzugeben und sich am Spiel der bürgerlichen Demokratie zu beteiligen. Er gehörte zu denjenigen, die sich weigerten und für ihre Haltung mit dem späteren Ausschluss aus Partei und Gewerkschaft bezahlten. Gerbi machte auf die Politik der ANPI aufmerksam, sich ausschließlich auf Geschichtsarbeit zu konzentrieren, die heutige Realität des Neofaschismus aber auszuklammern und trat stattdessen für einen politisch aktiven Verband ein.

Über die deutsche Erfahrung des Faschismus und die Auseinandersetzungen der 60er Jahre erzählte Andreas Vogel, ehemaliger Bewaffneter der Bewegung 2. Juni, der in seiner Motivation, sich der Stadtguerilla anzuschließen stark durch die Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus und die Ignoranz nach 1945 beeinflusst war. Am Beispiel der aktuellen Debatte um die Freilassung Christian Klars sowie die hektischen Reaktionen der bürgerlichen Medien zeigte er auf, dass der zeithistorische Hintergrund vollkommen zurechtgebogen wird. Während die RAF und die Geschichte der anderen bewaffneten Gruppen wie ein Gespenst durch die Medien geistert, fällt kein Wort über den Nazi Schleyer. Den anpasserischen, keinesfalls von einer Auseinandersetzung zeugenden Umgang mit der Geschichte des Nazi-Faschismus in der BRD, verdeutlichte er dann noch einmal anhand der aktuellen Äußerungen Oettingers.

Zu guter letzt sprach noch ein Vertreter der ALI über die Entwicklung des Neofaschismus in Deutschland sowie die Gegenstrategien der Linken. Das Publikum zeigte sich hier besonders an den Aktionen und Demonstrationen gegen Neonazi-Aufmärsche interessiert. Zwar gibt es diese in Italien nicht in vergleichbarer Häufigkeit, dafür können die Neofaschisten der Alleanza Nationale oder Traditionsverbände aber auch meist ungestört aufmarschieren. Eine Praxis Naziaufmärsche zu blockieren oder anzugreifen, entwickelt sich in Italien erst seit den letzten Jahren.

Nach diesem großen Rundumschlag, von den Kämpfen der italienischen Partisanen zur Antifa, wurde zuletzt noch über G8 und die kommenden Proteste gesprochen. Das Publikum hatte offenbar auch nach vier Stunden noch gutes Sitzfleisch.

Die Veranstaltung wurde in ähnlicher Zusammensetzung am 5. Mai 2007 in München wiederholt. Dort liegt der Schwerpunkt dann auf den italienischen Erfahrungen. Neben einem KZ-Überlebenden, wird ein Vertreter der aktuellen antifaschistischen Bewegung aus Italien sowie ein Vertreter der ALI sprechen.

Die Veranstaltung trägt den Titel „Befreiung vom Faschismus - wessen Sieg, wessen Niederlage? Antifaschismus in Italien und Deutschland - damals und heute“.

Ort war das Eine-Welt-Haus in der Schwanthalerstr. 80, Anfang 19 Uhr.

 


Das Bild zeigt eine Gedenktafel, welche am Tag der Veranstaltung in Erinnerung an die PartisanInnen angebracht wurde. Der Text lautet:

Um nicht zu vergessen, wer seinen eigenen Durst nach Gerechtigkeit, Wahrheit und Freiheit mit dem Leben, dem Gefängnis und dem Exil bezahlt hat.

In dieser Casa di Popolo der Straße zum Roten Grafen trafen sich von 1945 bis 1949 die GenossInnen der „Volante Rossa – Martiri Partigiani”

Bottom Line