{"id":573,"date":"2014-01-21T17:08:22","date_gmt":"2014-01-21T17:08:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/?p=573"},"modified":"2014-01-21T17:08:22","modified_gmt":"2014-01-21T17:08:22","slug":"starker-kontra-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/?p=573","title":{"rendered":"\u201eSt\u00e4rker Kontra geben\u201c"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr <code>leipzig.antifa.de<\/code> sprach Enrico Auerbach mit der jetzigen Stadtr\u00e4tin und engagierten Antifaschistin \u00fcber Ziele und Chancen ihrer Kandidatur zur Landtagswahl.<!--more--><\/p>\n<p><b>Du sitzt seit 1999 mit kurzer Unterbrechung im Leipziger Stadtrat. Nun willst du bei der Landtagswahl im Sommer f\u00fcr Die LINKE als Direktkandidatin im Leipziger S\u00fcden antreten. Warum ein Wechsel von der Kommunal- zur Landespolitik, und warum gerade jetzt?<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Nur zur Klarstellung, meine Pr\u00e4senz im Stadtrat beschr\u00e4nkt sich auf acht Jahre. Ich sa\u00df von 1999 bis 2001 und dann wieder ab 2009 bis jetzt im Stadtrat. Die \u201ekurze Unterbrechung\u201c dauerte mehr als acht Jahre an. Einen konkreten Anlass f\u00fcr den Zeitpunkt gibt es nicht wirklich, es ist eher eine ziemlich schnelle Dynamik, in der ich mich befunden habe. Vielleicht ist es einfach Zeit, auf Landesebene ein bisschen lauter auch f\u00fcr radikale linke Ans\u00e4tze zu trommeln und Ressourcen f\u00fcr Projekte freizuschie\u00dfen.\n<p>Ich will aber auch betonen, dass ich mich und meine politische T\u00e4tigkeit niemals an ein Mandat gekoppelt habe und das auch nie tun werde. Im Gegenteil, Politik findet nicht vorrangig im Neuen Rathaus oder im Landtag in Dresden statt. Die Gesellschaft ist der politische Raum und genau das ist auch seit jeher der Raum, in dem ich wirke.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deine Kandidatur ist neulich vom Stadtverband mit fast 89 Prozent best\u00e4tigt worden. Das kam eher \u00fcberraschend, oder?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Ja. Allerdings muss gesagt werden, dass ich konkurrenzlos angetreten bin, wie die KandidatInnen f\u00fcr die \u00fcbrigen sechs Wahlkreise auch. Aber das drittbeste von sieben Ergebnissen zu haben, das ist trotzdem nicht \u00fcbel. Gerade nach meiner doch steinigen Geschichte und gro\u00dfen Widerst\u00e4nden gegen mich und die anderen Menschen, die das linXXnet betreiben. Vielleicht ist es ein gutes Zeichen f\u00fcr eine weitere Pluralisierung der Linkspartei in Leipzig.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Zeitschrift \u201eKreuzer\u201c hast du neulich ein Interview gegeben und gesagt, dass du dich k\u00fcnftig \u201enicht in einem Berufsparlament\u201c, also nicht im Landtag siehst. Wie passt das mit deiner geplanten Kandidatur zusammen?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Gut beobachtet. Ich habe den Weg in die parlamentarische Berufspolitik tats\u00e4chlich seit jeher ziemlich konsequent ausgeschlossen. Das hatte und hat mit den Beschr\u00e4nkungen und den festgef\u00fcgten institutionellen Bahnen zu tun, mit denen ich mich nicht anfreunden kann. Doch es gibt immer Ereignisse im Leben, die Einstellungen \u00e4ndern. Auf der explizit politischen Ebene sind das vor allem Themen, die gerade heftigst diskutiert werden, zum Beispiel Asylpolitik und Rassismus.\n<p>Wenn sich der s\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident und sein Innenminister vor dem Hintergrund von rassistischen Mobilisierungen wie in Schneeberg hinstellen und die schnelle \u201eR\u00fcckf\u00fchrung krimineller Ausl\u00e4nder\u201c fordern oder den Freistaat als bundesweiten Abschiebe-Spitzenreiter r\u00fchmen, dann zuckt es in mir.<\/p>\n<p>Es ist auch das virulente Problem von polizeilicher Willk\u00fcr zum Beispiel gegen Fu\u00dfballfans und Stadtviertel, die politisch motiviert zu Problemen stilisiert werden, und damit verbunden der generelle Umgang mit kritischen Meinungen. Das bietet genug Anlass, auch auf institutioneller Ebene st\u00e4rker Kontra zu geben.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bei der Landtagswahl 2009 hat die CDU mit lediglich zwei Ausnahmen s\u00e4mtliche Direktmandate in Sachsen abger\u00e4umt. Nach der j\u00fcngsten Umfrage kann die Union hier sogar mit der absoluten Mehrheit rechnen. Wie soll es da machbar sein, ein Direktmandat zu ergattern?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Umfrage, die die LVZ da Anfang Januar ver\u00f6ffentlicht hat, ziehe ich ja doch in Zweifel. Aber wir wollen nicht \u00fcber Statistiken diskutieren.\n<p>Ich denke, dass ich den Ansatz einer \u201eneuen\u201c LINKEN repr\u00e4sentiere, die gerade in Ballungsr\u00e4umen, in Gro\u00dfst\u00e4dten Zuspruch finden k\u00f6nnte. Dort, wo doch weniger konservative, sondern an gesellschaftspolitischen Debatten und Ver\u00e4nderungen interessierte Menschen leben. Damit will ich nat\u00fcrlich nicht sagen, dass es nicht auch auf dem \u201eflachen Land\u201c Ver\u00e4nderungsoptionen gibt. <\/p>\n<p>Zudem geh\u00f6re ich zu jenen LINKEN, die einen klareren Bruch mit dem real existierenden Sozialismus vertreten, ohne linke Grundwerte aufzugeben. Und ich z\u00e4hle zu denen, die im Dreiklang Freiheit, Gleichheit und Solidarit\u00e4t die Freiheit hochhalten, ohne dem liberalen Individualismus das Wort zu reden.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich bin ich in den vergangenen Jahren nicht unbekannter geworden. Gerade der Shitstorm, den ich immer wieder in den Kommentarspalten erfahre, wirkt m\u00f6glicherweise auch gegenl\u00e4ufig. In dem Sinne, dass ich auch k\u00e4mpfe und straight f\u00fcr Anliegen und Ziele einstehe. Das ist anders als bei den CDUlerInnen, die ihre Wahlerfolge aus Nichts-Tun, aus dem Konservieren des Status quo generieren. Ich hoffe, dass der Leipziger S\u00fcden, der ein tendenziell lebendiges, aber trotzdem heterogenes Wahlgebiet ist, mutig ist und mit mir das Bestehende antasten wird.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit welchen Themen willst du die Menschen im Leipziger S\u00fcden im Wahlkampf \u00fcberzeugen?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr mich ist Politik nichts Partikulares, Fachspezifisches. F\u00fcr mich geht\u2019s in erster Linie darum, eine gesellschaftliche Vision zu realisieren. Wie ich schon sagte, ist der f\u00e4lschlicherweise von der SPD in Anspruch genommene Dreiklang von Freiheit, Gleichheit und Solidarit\u00e4t dabei f\u00fcr mich ein wichtiger Leitspruch.\n<p>Konkret w\u00fcrde ich das zum Beispiel am Thema Wohnen und Mieten durchdeklinieren: Eine Gesellschaft darf nicht zulassen, dass Menschen aufgrund mangelnder \u00f6konomischer Potenz ohne ein Dach \u00fcber dem Kopf leben. Auch die derzeit vonstatten gehende Aufwertung von Stadtvierteln, vor allem im Leipziger S\u00fcden und S\u00fcdwesten, f\u00fchrt zur Verdr\u00e4ngung von Menschen, die sich das Wohnen dort nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Das ist Ausdruck des Primats der \u00d6konomie \u00fcber die Politik, die sich einer Regulierung verweigert. Wohnungspolitik hat nicht nur \u201eGleichheitsimplikationen\u201c, sondern auch die der Freiheit. Wenn ich rausgeworfen oder verdr\u00e4ngt werde, kann ich nicht mehr frei w\u00e4hlen. Solidarisches Handeln findet dann statt, wenn sich Leute zusammenschlie\u00dfen, sich unterst\u00fctzen und f\u00fcr diese Belange eintreten. <\/p>\n<p>Daran schlie\u00dft sich ein weiteres Thema an, das des \u00f6ffentlichen Raumes. Wer darf \u00fcber diesen Raum verf\u00fcgen, wie wird er reglementiert und wie eignen sich Menschen ihn wieder an? Wir erleben da gerade in Bezug auf Connewitz seit Jahren einen recht m\u00fcde gewordenen Abwehrkampf gegen den repressiven Umgang mit dem \u00f6ffentlichen Raum. Zwei sehr konkrete Ziele in diesem Zusammenhang w\u00e4ren: Kamera am Kreuz deinstallieren und der sichtbaren und sp\u00fcrbaren Kriminalisierung des Stadtteils ein Ende setzen. Dabei geht es nicht um Einzelprobleme, sondern darum, wie die \u201es\u00e4chsische Demokratie\u201c mit oppositionellen Gruppen umgeht. <\/p>\n<p>Aber fernab dessen ist ja bekannt, dass ich ein akutes Problem mit Nazis habe, mich mit rechts motivierten Morden besch\u00e4ftige und f\u00fcr deren Anerkennung engagiere, und vor allem auch mit den gesellschaftlichen und politischen Ursachen f\u00fcr gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit befasse. <\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren habe ich zudem als kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion der LINKEN fungiert. Jugendhilfepolitik kann durchaus spannend sein. Sie ist immer das f\u00fcnfte Rad am Wagen, denn Jugendhilfe ist oft der Reparaturapparat f\u00fcr politisches und gesellschaftliches Versagen. Sie kann aber durchaus ein Hort f\u00fcr Emanzipatorisches sein, denn sie orientiert in vielen F\u00e4llen darauf, jungen Menschen R\u00e4ume und Entfaltungsm\u00f6glichkeiten jenseits von Zw\u00e4ngen zu bieten.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Du arbeitest mit vielen Menschen in au\u00dferparlamentarischen und gesellschaftskritischen Spektren zusammen, also denen, die ein eher distanziertes Verh\u00e4ltnis zum herrschenden Politikbetrieb haben und oftmals nicht w\u00e4hlen gehen. Mit welchen Argumenten willst du die motivieren, eine Ausnahme zu machen?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Nun, ich werde niemanden agitieren, insbesondere nicht meine PartnerInnen und GenossInnen im politischen Umfeld.  Ich h\u00e4nge ja sehr stark dem Politikwissenschaftler Johannes Agnoli an, der dem Parlamentarismus und Parteien im \u201eStaat des Kapitals\u201c eine recht grunds\u00e4tzliche Absage erteilt hat. Er hat total recht und ich mache mir auch keine Illusionen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten des Parlaments. Agnoli hat trotzdem in seinen letzten Jahren der damaligen PDS dann doch etwas abgewinnen k\u00f6nnen, wegen grunds\u00e4tzlicher politischer Positionen, aber auch aufgrund des starken antikommunistischen Abwehrreflexes, den sie bei den etablierten Parteien hervorgerufen hat. Das hat sich ja gerade in Sachsen keineswegs erledigt.\n<p>Ich setze vor allem auf die bekannten Vorz\u00fcge des Parlaments, die durchaus auch einer au\u00dferparlamentarischen und gesellschaftskritischen Linken zugute kommen k\u00f6nnen: Informationen, die sich auf diesem Wege besser beschaffen lassen, \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr kritische Positionen und nat\u00fcrlich auch Ressourcen. Ich denke, dass gerade das linXXnet in den vergangenen mehr als zehn Jahren gezeigt hat, welchen Mehrwert das Vertreten-Sein im Parlament f\u00fcr au\u00dferparlamentarische Gruppen und Bewegungen haben kann. Ein Mandat ist ganz klar kein \u201ePrivatbesitz\u201c. Sprich, es geht nicht um mich als Person, sondern darum, was mir W\u00e4hlerInnen und insbesondere politische PartnerInnen auf den Weg geben und vor allem selbst stark machen wollen.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jetzt gibt es neben Die LINKE noch andere Parteien, die um die Gunst kritischer W\u00e4hlerInnen werben, seien es die \u201ePiraten\u201c, Teile der Gr\u00fcnen oder die Satiregruppe \u201eDIE PARTEI\u201c. Warum soll man sich da f\u00fcr Die LINKE und deren KandidatInnen entscheiden?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Weil die LINKE die einzige Partei ist, die sich nicht mit dem Kapitalismus als \u201eEnde der Geschichte\u201c abfindet. Ich halte diese Frage weiterhin f\u00fcr zentral. Der Kapitalismus bringt immer weiter Ungleichheit und Unfreiheit hervor und basiert in seiner neoliberalen Variante auf Entsolidarisierung und Individualisierung.\n<p>Die Gr\u00fcnen mit ihrem Hauptfokus auf die \u201ePolitik der Lebensf\u00fchrung\u201c k\u00f6nnen und wollen grundlegende gesellschaftliche Widerspr\u00fcche weder aufdecken noch aufl\u00f6sen. Sie tragen zur Verkleisterung der eigentlichen Fragen bei, wenn sie zum Beispiel \u00f6kologische Belange nicht mit \u00f6konomischen und sozialen verkoppeln oder Burgerking nur deswegen doof finden, weil Fastfood ungesund ist, aber nicht nach den Arbeitsbedingungen fragen. Genauso ist es meines Erachtens bei den Piraten. Der gebetsm\u00fchlenartigen Verweis auf Mitbestimmung und Transparenz vermag nicht gesellschaftliche Probleme wirklich zu benennen und zuzuspitzen.<\/p>\n<p>Die Bezeichnung als \u201epostpolitisch\u201c kann in meinen Augen auf beide Parteien angewendet werden. Es geht zentral um Lebensweisenfragen und Methoden, aber nicht um das Gesamtgesellschaftliche. Es geht ihnen um Freiheit, die aber nicht mit Gleichheit zusammengedacht wird. In konkreten Fragen sind beide auch lokal wichtige PartnerInnen, das steht au\u00dfer Frage. Im grunds\u00e4tzlichen Anspruch an Politik und Gesellschaft trennen sich die Perspektiven aber. <\/p>\n<p>Bei der PARTEI muss ich kurz \u00fcberlegen. Ich finde in den 13 Punkten ihres Parteiprogrammes schon gro\u00dfe Schnittmengen (lacht). Sie war auch die Partei, die mir vom \u201eWahlomaten\u201c nach der LINKEN als zweite Option empfohlen wurde. Vielleicht sollte ich mich in Bezug auf den S\u00fcd-Wahlkreis mal abstimmen oder zumindest eine gemeinsame Wahlparty planen.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Angenommen, du schaffst es in den Landtag: Was w\u00e4ren dort die wichtigsten Themen, die du anpacken willst \u2013 und lieb\u00e4ugelst du da schon mit einem SprecherInnen-Posten?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Hmm\u2026 (\u00fcberlegt) Ernsthaft habe ich noch nicht dar\u00fcber nachgedacht. Interessant w\u00e4ren vielleicht MigrantInnen- und Innenpolitik. Vor allem aber ist es mir wichtig, als Schnittstelle zu Initiativen, Organisationen und B\u00fcndnissen zu fungieren.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Dauerthema in deiner Partei betrifft ihr Selbstverst\u00e4ndnis: Will man ewige Opposition bleiben oder bei Gelegenheit die Regierungsbeteiligung wagen? Eine Option f\u00fcr den Regierungswechsel in Sachsen w\u00e4re ein rot-rot-gr\u00fcnes B\u00fcndnis. F\u00fcr wie sinnvoll und realistisch h\u00e4lst du das?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Diese Frage ist nicht schwarz-wei\u00df zu diskutieren und zu beantworten. Fakt ist, dass es Zeit w\u00e4re, die nun fast ein Vierteljahrhundert andauernde Hegemonie der CDU zu brechen. Erst so lassen sich ja die verkrusteten, stagnierenden Verh\u00e4ltnisse in diesem Land \u00e4ndern. Wenn sich so eine Option tats\u00e4chlich ergibt, m\u00fcssen inhaltliche Knackpunkte entscheiden, ob LINKE, SPD und Gr\u00fcne zusammengehen k\u00f6nnen. Aber nicht nur die! Es bedarf gesellschaftlicher Kr\u00e4fte, die so einen Wechsel tragen und gemeinsame Antworten finden auf Fragen einer zuk\u00fcnftigen ganzheitlichen Landesentwicklung, auf das Problem einer hohen Armutsrate und Niedrigl\u00f6hne. Die fragen, wie eine Reform im Sinne von Demokratisierung der Polizei aussehen kann oder wie sich die Situation Asylsuchender und anderer marginalisierter Gruppen strukturell ver\u00e4ndert l\u00e4sst.\n<p>Ich halte es daher f\u00fcr wichtig, Rot-Rot-Gr\u00fcn als Option zu kommunizieren. Gr\u00fcne und SPD in Sachsen verweigern sich dem und tragen damit dazu bei, dass eine Alternative zu einer Regierung unter der CDU keine Chance in den K\u00f6pfen bekommt. Das folgt aber nat\u00fcrlich bei beiden dem Kalk\u00fcl, sich bereits jetzt der CDU als Partnerin anzudienen und zeigt auch, dass beide nicht zu einem Paradigmenwechsel bereit sind. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir aber auch sehen, dass wir in Sachsen in einem ultra-schwarzen Land mit Ausl\u00e4ufern ins Braune leben. Es wird also schwierig, aber nicht unm\u00f6glich.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Du hast dem \u201eKreuzer\u201c gesagt, dass du \u201eradikal\u201c bist. W\u00fcrdest du aber, wenn es gelingen sollte, Bestandteil einer rot-rot-gr\u00fcnen Koalition sein wollen, oder kandidierst du ausdr\u00fccklich f\u00fcr einen Sitz auf der Oppositionsbank?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Auch im Falle von Rot-Rot-Gr\u00fcn und einer Wahl in den Landtag werde ich nicht auf einer Regierungsbank sitzen. Das ist Fakt. Denn auch dann w\u00fcrde es ja eine Linksfraktion geben, die nicht dazu verpflichtet ist, mit der Regierung zu stimmen. Klar ist der Druck dann h\u00f6her, Initiativen der Regierung mitzutragen, aber es ist kein Muss. Hier w\u00fcrde ich unter Garantie nicht die Einzige sein, die Kante zeigt, wenn untragbare Entscheidungen anstehen, oder im \u00c4u\u00dfersten auf einen Ausstieg dr\u00e4ngen. Da ist die s\u00e4chsische LINKE schon bissig genug, wie zum Beispiel die Debatte um die Schuldenbremse gezeigt hat.\n<p>Und hier muss sich auch die Partei st\u00e4rker gegen die Fraktion durchsetzen, die in Teilen auch verlernt hat, auf Augenh\u00f6he mit den eigenen GenossInnen und PartnerInnen zu diskutieren und Entscheidungen gemeinsam zu reflektieren. Wie eben schon erw\u00e4hnt, mag ich das Thema nicht schwarz-wei\u00df diskutieren, sondern inhaltliche Haltelinien formulieren und darauf dr\u00e4ngen, sich an solche Linien zu halten.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Plump gefragt: Kann der Landtag \u00fcberhaupt Ort radikaler, gesellschaftskritischer Politik sein? Die Erfahrung seit bald zweieinhalb Jahrzehnten zeigt doch eher, dass trotz Sachsensumpf, Verfassungsschutz-Skandal und alledem die CDU als unangefochtene Staatspartei dasteht, egal, wie gr\u00fcndlich man sie vorf\u00fchrt\u2026<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Nein. Da bin ich wieder bei Johannes Agnoli und der s\u00e4chsischen Spezifik. Ein Parlament, noch dazu ein Landesparlament, kann kein Ort radikaler gesellschaftskritischer Ver\u00e4nderungen sein. Es kann unterst\u00fctzend wirken durch Selbstaufl\u00f6sung, wenn die Verh\u00e4ltnisse sich tats\u00e4chlich \u00e4ndern. Eine solche Umw\u00e4lzungsbewegung muss aber von der Stra\u00dfe kommen, nicht aus dem Parlamentssaal. Und da sieht es gerade in Sachsen tr\u00fcb aus. Grund genug, weiterzumachen und sich als politische Linke auch st\u00e4rker der Gesellschaft zu \u00f6ffnen, statt fast ausschlie\u00dflich Politik f\u00fcr die eigene Szene zu machen.<\/ul>\n<\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was deinen k\u00fcnftigen Weg in der Zeit nach der Landtagswahl betrifft: Welche Zukunft hat das linXXnet?<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wenn ich gew\u00e4hlt werden sollte, dann ist das linXXnet sicherer, als wenn nicht. Wir haben ja seit f\u00fcnf Jahren eine recht abenteuerliche Finanzierung, die immer wieder verhandelt und gesichert werden muss.\n<p>Das linXXnet muss aus meiner Sicht unbedingt fortbestehen. Es hat seit seiner Er\u00f6ffnung im Jahr 2000 nicht nur f\u00fcr die au\u00dferparlamentarische Linke in Leipzig und dar\u00fcber hinaus, f\u00fcr den Kiez und die gesamte Stadt, aber auch f\u00fcr die Ver\u00e4nderung der Linkspartei in Leipzig eine wichtige Rolle gespielt. Und ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde so oft wie m\u00f6glich den Weg ins linXXnet suchen. Ich kann nicht mehr ohne.<\/ul>\n<\/li>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr leipzig.antifa.de sprach Enrico Auerbach mit der jetzigen Stadtr\u00e4tin und engagierten Antifaschistin \u00fcber Ziele und Chancen ihrer Kandidatur zur Landtagswahl.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":572,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=573"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":588,"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions\/588"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/572"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}