{"id":484,"date":"2014-01-16T11:47:22","date_gmt":"2014-01-16T11:47:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/?p=484"},"modified":"2014-01-16T12:26:08","modified_gmt":"2014-01-16T12:26:08","slug":"weniger-npd-kandidaten-im-umland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/?p=484","title":{"rendered":"Weniger NPD-Kandidaten im Umland"},"content":{"rendered":"<p>Besonders schlecht stehen die Aussichten f\u00fcr die NPD im Landkreis Leipzig. Dort gab es bei den Wahlen f\u00fcr die Stadt- und Gemeinder\u00e4te vor f\u00fcnf Jahren noch mehr als 50 Bewerber, jetzt sind es nur noch f\u00fcnf. Sie verteilen sich auf Borna, Brandis, Geithain, Parthenstein und Trebsen. Doch 2009 hatte es allein f\u00fcr diese Orte 16 Kandidaten gegeben. Der Verlust bisheriger Mandate in Bad Lausick, Gro\u00dfbothen, Machern, Mutzschen, Thallwitz und Wurzen steht damit schon knapp ein halbes Jahr vor dem Wahltermin fest.<!--more--><\/p>\n<p>Zuletzt hatte die NPD im Landkreis Leipzig insgesamt 2,6 Prozent der Stimmen erhalten. Das lag leicht \u00fcber dem Landesschnitt (2,3 Prozent) und entsprach zw\u00f6lf Sitzen in Stadt- und Gemeinder\u00e4ten. Nur im allerbesten Fall wird es diesmal f\u00fcr f\u00fcnf Mandate reichen. F\u00fcr die zeitgleich stattfindende Kreistagswahl will die NPD zehn Direktbewerber einsetzen, zuletzt waren es 26. Letztlich hatte die NPD 2008 vier Sitze im Kreistag errungen. Von den damals erfolgreichen Bewerbern geh\u00f6rt heute keiner mehr der NPD an.<\/p>\n<h4>Einschl\u00e4gige Kandidaten<\/h4>\n<p>Schwund gibt\u2019s auch im Landkreis Nordsachsen. Dort hatte die NPD bei den Kommunalwahlen 2009 mit nur 1,4 Prozent sogar unterdurchschnittlich abgeschnitten. Neuerdings will die NPD zwar auch in Taucha und Cavertitz antreten. Dennoch stehen diesmal weniger als die 14 Bewerber vor f\u00fcnf Jahren zur Verf\u00fcgung. Einige sind verhindert: Andreas Siegel (Oschatz) verstarb 2010. Und Lars Sch\u00f6nrock, der zuvor neben Maik Scheffler in Delitzsch kandidiert hatte, sitzt in Haft. Er war im vergangenen Jahr zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden und gilt als Kopf eines Rings aus Drogenschmugglern und -h\u00e4ndlern, die in gro\u00dfem Stil Cannabis und Crystal Meth in Umlauf brachten.<\/p>\n<p><object width=\"640\" height=\"360\"><param name=\"movie\" value=\"\/\/www.youtube-nocookie.com\/v\/yzF7_7UzUL0?hl=de_DE&amp;version=3&amp;rel=0\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"\/\/www.youtube-nocookie.com\/v\/yzF7_7UzUL0?hl=de_DE&amp;version=3&amp;rel=0\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"640\" height=\"360\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Im Landkreis Leipzig sieht es nicht besser aus: Tony Keil, 2009 f\u00fcr die NPD in den Bornaer Stadtrat gew\u00e4hlt, schied infolge einer Haftstrafe wegen K\u00f6rperverletzung aus. Trotz Mandats ist der Bornaer Stadtrat NPD-frei. Und in Bennewitz kandidierte 2009 Chris Rox, doch im Jahr darauf wurde er zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, weil er an einem <a href=\"http:\/\/tatortbrandis.blogsport.eu\/\">\u00dcberfall auf Fans und Spieler des Fu\u00dfballvereins \u201eRoter Stern Leipzig\u201c in Brandis<\/a> beteiligt war. Zudem gilt Rox als Mitglied der \u201eTerror Crew Muldental\u201c, gegen die weiterhin wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird. Die Personalie Rox wird der Partei im neuen Verbotsantrag des Bundesrates zur Last gelegt. <\/p>\n<h4>Kreisverband noch immer am Boden<\/h4>\n<p>Die gro\u00dfe Zahl der Bewerber bei den Kommunalwahlen 2009 war einer \u00d6ffnung der NPD-Listen f\u00fcr \u201eFreie Kr\u00e4fte\u201c und Angeh\u00f6rige der Kameradschafts-Szene zu verdanken. Gesteuert wurde die Zusammenarbeit damals durch Maik Scheffler, Kopf des \u201eFreien Netzes\u201c (inklusive dem Drogenschmuggler Sch\u00f6nrock), in Absprache mit Holger Apfel. Positive Effekte dieser Zusammenarbeit sind mittlerweile ebenso verpufft wie Apfel selbst.<\/p>\n<p>Zwischendrin gab es erhebliche Reibungsverluste: Anfang 2012 hatte der Vorstand des NPD-Kreisverbandes im Landkreis Leipzig hingeschmissen. Es folgten etliche Parteiaustritte, denen sich auch kommunale Mandatstr\u00e4ger anschlossen. Der Bruch war perfekt, als der Landesvorstand die Austritte \u00f6ffentlich begr\u00fc\u00dfte und den \u201eorganisatorischen Notstand\u201c \u00fcber den Kreisverband verh\u00e4ngte. Seitdem existierte er faktisch nicht mehr. Zwischenzeitlich wurde Maik Scheffler zum Kreisvorsitzenden ernannt, den gl\u00fccklosen Posten hat Ende 2013 Manuel Tripp (Geithain) \u00fcbernommen.<\/p>\n<h4>Kommunale Entankerung<\/h4>\n<p>Tripp versprach sogleich im Hinblick auf die Kommunalwahlen, \u201ean vorhandene Erfolge im Muldental anzukn\u00fcpfen, sowie neue Regionen im Leipziger Land zu erschlie\u00dfen\u201c. Aber das ist schon angesichts des mageren Kandidaten-Aufgebots ausgeschlossen \u2013 in fr\u00fcheren Hochburgen, insbesondere der Kreisstadt Wurzen, ist die NPD nicht einmal mehr zu einer Kandidatur in der Lage. Das Ziel einer \u201ekommunalen Verankerung\u201c der Partei, die bisher durch fl\u00e4chendeckende Wahlantritte abgesichert werden sollte, wird damit demonstrativ verfehlt.<\/p>\n<p>Noch nicht bekannt gegeben wurde, welche Kandidaten in der Stadt Leipzig aufgestellt werden. Im Jahr 2009 gab es mit 23 Bewerbern ein Gro\u00dfaufgebot f\u00fcr den Stadtrat. Aber einflussreiche Kader wie Istvan Repaczki haben der NPD den R\u00fccken gekehrt, Tommy Naumann ist verzogen und selbst der damals gew\u00e4hlte NPD-Stadtrat Rudi Gerhard hat mittendrin aufgegeben. Klaus Ufer sitzt seitdem allein f\u00fcr die Partei im Stadtrat und erzielt keinerlei Wirkung in der \u00d6ffentlichkeit. Dass mittlerweile Maik Scheffler plant, den Leipziger NPD-Verband zu \u00fcbernehmen, d\u00fcrfte angesichts der von ihm ma\u00dfgeblich beeinflussten Negativ-Entwicklung im Umland alles andere als ein Erfolgsgarant sein.<\/p>\n<h4>Abw\u00e4rtstrend h\u00e4lt an<\/h4>\n<p>Aber mit Erfolgen wird die Partei derzeit auch nicht verw\u00f6hnt. Zwar erkl\u00e4rte der neue NPD-Vorsitzende Udo Past\u00f6rs die \u201eAff\u00e4re Apfel\u201c am vergangenen Wochenende f\u00fcr \u201ebeendet\u201c. Er wies aber auch auf die prek\u00e4re Finanzlage und die schmaler werdende Personaldecke der Partei hin, die beim kommenden Bundesparteitag nochmals ins Rutschen kommen k\u00f6nnte. Innerparteilich ist n\u00e4mlich klar, dass die \u201eAff\u00e4re Apfel\u201c \u00fcber Jahre gedeckelt wurde: Neben der angeblichen Grabscherei Apfels gegen den Leipziger Nachwuchs-Nazi Daniel Speck wird noch \u00fcber einen weiteren, vergleichbaren Fall verhandelt. Der soll sich in Gr\u00f6ditz ereignet haben und bald sechs Jahre zur\u00fcckliegen.<\/p>\n<p>SzenekennerInnen nehmen nun an, dass die Partei schwerpunktm\u00e4\u00dfig nicht auf die Kommunal-, sondern auf die gleichzeitige Europawahl sowie die s\u00e4chsische Landtagswahl Ende August fokussieren will. Dabei wird die NPD insbesondere versuchen, mit rassistischen Themen zu punkten \u2013 aktuell wird schon ein neuer <a href=\"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/?p=409\">\u201eLichtellauf\u201c in Schneeberg<\/a> vorbereitet. Fraglich bleibt, ob das die NPD retten kann: <a href=\"https:\/\/www.inventati.org\/leipzig\/?p=347\">J\u00fcngste Umfragen sehen sie auf dem absteigenden Ast, der bedeutsame Wiedereinzug in den s\u00e4chsischen Landtag steht in der Sternen.<\/a> Und seit mehreren Jahren verliert die NPD bundesweit stetig an Mitgliedern, die Schmelze betrifft im Jahresschnitt etwa 300 Personen. Das Ausscheiden des bisherigen Parteivorsitzenden Apfel wird daran nichts \u00e4ndern \u2013 weil der Trend schon vor ihm einsetzte.<\/p>\n<hr>\n<p><i>Text eingesandt von: anonym<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besonders schlecht stehen die Aussichten f\u00fcr die NPD im Landkreis Leipzig. Dort gab es bei den Wahlen f\u00fcr die Stadt- und Gemeinder\u00e4te vor f\u00fcnf Jahren noch mehr als 50 Bewerber, jetzt sind es nur noch f\u00fcnf. Sie verteilen sich auf Borna, Brandis, Geithain, Parthenstein und Trebsen. 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