Was bleibt vom Protest gegen die G20? Die radikale Linke zwis­chen Repres­sion und sozialer Bewe­gung“
Vor, während und im Nach­gang des G20-​Gipfels erlebten und erleben wir eine neue Qual­ität der staatlichen Repres­sion gegen die deutsche Linke, wie man sie in der jün­geren Ver­gan­gen­heit in solcher Vehe­menz nur von der Ver­fol­gung der kur­dis­chen Bewe­gung in Deutsch­land kan­nte.
Die Härte des Vorge­hens ist einzuord­nen in eine all­ge­mein zu beobach­t­ende autoritäre Formierung der neolib­eralen Staaten, welche im Angesicht der weltweiten sozialen Ver­w­er­fun­gen, aus­gelöst durch die kap­i­tal­is­tis­che Krise, ihre ide­ol­o­gis­che Legit­i­ma­tion ver­lieren und nun die Flucht nach vorne antreten. Die Strate­gie von Polizei und poli­tis­cher Klasse zielt neben der physis­chen Ver­let­zung und strafrechtlichen Ver­fol­gung der Protestieren­den darauf, den Protest auf rein ord­nungspoli­tis­cher Ebene zu krim­i­nal­isieren und damit seiner inhaltlichen Anliegen zu entziehen. Es liegt an der radikalen Linken diesem etwas ent­ge­gen set­zen und eben jene Inhalte und damit die (sehr het­ero­gene) Kri­tik an den G20 wieder in den Vorder­grund rücken. Der Kap­i­tal­is­mus – ob in seiner neolib­eralen oder sonst wie geart­eten Form – und das Regime der G20 bleiben auch nach dem Gipfel 2017 der Feind einer befre­iten und demokratis­chen Men­schheit.

Fre­itag, 23. Feb­ruar – 19 Uhr – OM10
Thomas Seib­ert: „Min­der­heit­slinke Revolte und mehrheit­slinke Kri­tik“
Die Kri­tik am Riot vom Fre­itagabend in Ham­burg erstreckt sich bis weit in die (radikale) Linke hinein. Thomas Seib­ert nimmt den Riot und seine Kri­tik zum Anlass, um über die Posi­tio­nen der »Mehrheit­slinken« und der »Min­der­heit­slinken« nachzu­denken – sowie darüber, welche Gren­zen beide haben und wie sie den Riot für eine pro­duk­tive Selb­stkri­tik nutzen kön­nten.

Fre­itag, 9. März – 19 Uhr – OM10
Basis­demokratis­che Linke: „Protest & soziale Bewe­gun­gen, Polizeis­taat & kap­i­tal­is­tis­che Krise“
Im Nach­gang des G20-​Gipfels begann in der radikalen Linken im deutschsprachi­gen Raum eine bre­ite und frucht­bare Debatte darüber, was in Ham­burg geschehen ist, über die Bedin­gun­gen des Protests, sein Poten­zial und seine Gren­zen. Zwis­chen über­schwänglicher Auf­bruch­stim­mung und mah­nen­der Selb­stkri­tik – beispiel­sweise in Bezug auf die blinde Zer­störungslust einiger Weniger auf der Elbchaussee — zeigte sich den­noch eine erstaunliche inhaltliche Einigkeit über ver­schiedene Strö­mungen hin­weg, hin­sichtlich der Qual­ität der Polizeige­walt und der Krise des Neolib­er­al­is­mus, ebenso aber der Notwendigkeit den let­ztlich sym­bol­is­chen Protest bezo­gen auf das Gipfelevent, in die alltäglichen Kämpfe zu über­tra­gen. So schnell wie sie ent­standen ist, ebbte die Debatte jedoch auch wieder ab und ist mit­tler­weile – so wirkt es vielerorts – einem ängstlichem Abwarten kom­mender Ein­schläge der Repres­sion gewichen.
Diese Ver­anstal­tung will an die inhaltlichen Debat­ten anknüpfen und mit dem mit­tler­weile zwis­chen dem Gipfel und Jetzt liegen­den Abstand disku­tieren, ob und welche Kon­se­quen­zen die sozialen Bewe­gun­gen und die Linke ins­ge­samt aus den Protesten gezo­gen haben. Nicht im Rah­men eines abgeschlosse­nen Vor­trages, son­dern ent­lang offener Fra­gen wollen wir mit euch gemein­sam disku­tieren, wie sich die Wut und die Hoff­nung aus Ham­burg auf die alltäglichen Kämpfe gegen die kap­i­tal­is­tis­chen Ver­w­er­fun­gen über­tra­gen lassen und welche Begriff von Mil­i­tanz wir hier­bei zu Grunde legen.

Mittwoch, 14. März – 19 Uhr – OM10
Ras­mus Kahlen: „Der Staat zielt auf die Köpfe. Wir auf Sol­i­dar­ität.“
Unter anderem in Hin­blick auf den G20-​Gipfel hat die Bun­desregierung Mitte 2017 ver­schiedene Ver­schär­fun­gen von Strafge­set­zen und der Straf­prozes­sor­d­nung beschlossen. Mit einem all­ge­meinen Ver­weis auf die Vertei­di­gung der Recht­sor­d­nung wur­den so in gewaltigem Umfang Bürg­er­rechte beschnit­ten und die Zugriff­s­möglichkeiten der Repres­sions­be­hör­den auf die Men­schen aus­geweitet. In Zeiten der Zus­pitzung gesellschaftlicher Wider­sprüche reagiert die Klassen­jus­tiz mit Härte gegen jene, die die Men­schen­feindlichkeit der frei­heitlich demokratis­chen Grun­dord­nung nicht hin­nehmen wollen.