Unter dem Motto „Gemein­sam gegen die Compact-​Konferenz“ protestierten heute ca
130 Men­schen in Northeim gegen eine AfD Veranstaltung


Am Fre­itagabend demon­stri­erten nach dem Aufruf der Grup­pen BASTA! Sol­i­darische Jugend
Northeim und der Basis­demokratis­chen Linken Göt­tin­gen rund 130 Men­schen gegen eine
Ver­anstal­tung der AfD Northeim. Die recht­spop­ulis­tis­che Partei hatte dazu u.a. den
Her­aus­ge­ber des rechten Com­pact Mag­a­zins, Jür­gen Elsässer, ein­ge­laden. Die Ver­anstal­tung
betonte inhaltlich die Sym­pa­thie zum Rech­sausleger Björn Höcke, welchem noch bis Mitte
dieser Woche auf­grund seiner Rede im Nazi-​Jargon im Jan­uar 2017 in Dres­den ein
Parteiauss­chlussver­fahren dro­hte.
Der Gegen­protest der Antifaschist*innen war von kreativen Aktio­nen geprägt. Unter anderem
wurde mit einer bun­ten Lichtin­stal­la­tion auf die Anwe­sen­heit der Recht­spop­ulistIn­nen
aufmerk­sam gemacht. Neben Elsässer traten auch der Lan­desvor­sitzende der AfD
Nieder­sach­sen, Armin Paul Ham­pel, und der AfD-​Spitzenkandidat aus NRW, Mar­tin E.
Ren­ner, als Red­ner auf.
Viele Passant*innen zeigten Inter­esse und waren schock­iert, dass VertreterIn­nen der extremen
Rechten das Recht zuge­s­tanden wird, in der Stadthalle zu sprechen. Es wur­den Rede­beiträge
gehal­ten, die die Gefährlichkeit der AfD her­ausar­beit­eten, über anwe­sendes Per­sonal
aufk­lärten und eigene Alter­na­tiven zur gesellschaftlichen Real­ität darstell­ten.
„Wir sind überzeugt, dass die Antwort auf die Frage nach einem besseren Leben nicht
Ras­sis­mus und Antifem­i­nis­mus sind. Wir set­zen der tödlichen und exk­lu­siven Ide­olo­gie der
AfD das Ziel einer men­schen­würdi­gen Exis­tenz für alle ent­ge­gen“, for­mulierte Aleyda
Becker, Sprecherin der Basis­demokratis­chen Linken.
„Lokaler Wider­stand gegen Recht­spop­ulis­mus ist drin­gend nötig. Umso mehr freuen wir uns,
dass sich Northheimer*innen für ein Zusam­men­leben ein­set­zen, das sich durch Sol­i­dar­ität
ausze­ich­net – und nicht durch Ras­sis­mus, nicht durch völkischen Nation­al­is­mus, nicht durch
Antifem­i­nis­mus, nicht durch Anti­semitismus“
Die anwe­senden Northeimer*innen sind sich der gesamt­ge­sellschaftlichen Rel­e­vanz einer
Ver­anstal­tung, die für Björn Höcke in der Führungsebene der AfD wirbt, bewusst. Dies
unter­schei­det sie von ihrem Bürg­er­meis­ter. Bere­its im Vor­feld hat­ten Antifaschist*innen das
Gespräch mit Hans Erich Tannhäuser gesucht. Lei­der versper­rte dieser sich dem Vorschlag,
seinen Hand­lungsspiel­raum zu nutzen und die Ver­anstal­tung in städtis­chen Räum­lichkeiten im
Vorhinein zu ver­hin­dern.
Die Basis­demokratis­che Linke wertet die Kundge­bung als Erfolg: „Der heutige Tag hat
gezeigt, dass ein Ein­greifen nötig und auch möglich ist, wenn offen­sichtliche Men­schen­feinde
ihre het­zerischen Posi­tio­nen in der Öffentlichkeit propagieren wollen. Kein demokratis­ches
Recht kann legit­imieren, dass Holo­caustleugner und andere geistige Brand­s­tifter in
öffentlichen Räu­men sprechen dürfen.“