Am 11. Mai um 9:00 beginnt die erste Ver­hand­lung gegen die bei­den Angeklagten Jan Philipp Jae­necke und Michael S.. Im ver­gan­genen Juli hat­ten beide als stu­den­tis­che Mit­glieder der Lands­man­nschaft Ver­den­sia den Sprecher der Wohn­rau­mini­tia­tive Göt­tin­gen ange­grif­fen und schwer ver­letzt. Bei einem durch die Verbinder verur­sachten Sturz riss dieser sich das Kreuzband und den Meniskus und erlitt einen Knor­pelschaden. Während Michael S. weiter Mit­glied der Lands­man­nschaft Ver­den­sia bleiben durfte, musste Jan Philipp Jae­necke die Verbindung ver­lassen. Es stellte sich her­aus, dass Jae­necke nicht nur Sym­pa­thien für die extrem rechte „Iden­titäre Bewe­gung“ artikulierte, son­dern auch Mit­glieder des Fach­schaft­srates der Sozial­wis­senschaftlichen Fakultät zuvor bere­its mas­siv bedroht hatte.

Inzwis­chen ist Jae­necke ein maßge­blicher Akteur des „Fre­un­deskreis Thüringen/​Niedersachsen“. Er meldete Kundge­bun­gen dieser völkischen Grup­pierung an und trat bisweilen auch als Red­ner auf. In diesem Zusam­men­hang zeigt er kein­er­lei Berührungsäng­ste zur neon­azis­tis­chen Szene der Region, im Gegen­teil. Während sich Lars Steinke als sein Mit­stre­iter bei der „Jun­gen Alter­na­tive“, kurz nach dem Bekan­nt­machen der „Freundeskreis“-Verbindungen zu neon­azis­tis­chen Akteuren, zum Schutz seiner poli­tis­chen Kar­riere bei der AfD zurück­zog, etablierte sich Jae­necke als ein maßge­blicher Organ­isator des „Fre­un­deskreis Thüringen/​Niedersachsen“. Damit macht er poli­tisch gemein­same Sache mit NPD-​Politikern wie Thorsten Heise oder dem Vor­standsmit­glied der NS-​verherrlichenden Kle­in­st­partei „Die Rechte“, Mario Messerschmidt.

Solch ein Prozess gegen einen etablierten Neon­azi der Region und Gewalt­täter wird in Göt­tin­gen nicht unbe­gleitet bleiben. Jae­necke ist nun endgültig Teil mil­i­tan­ter Neonazi-​Strukturen. Er bleibt damit weit­er­hin eine Gefahr nicht nur für Linke, son­dern auch für alle jene, die nicht in sein völkisches Welt­bild passen“, sagt Jutta Lier­bach, Press­esprecherin der Basis­demokratis­chen Linken Göt­tin­gen (BL). Die BL ruft dazu auf, den Prozess sol­i­darisch und kri­tisch zu begleiten. Tre­ff­punkt ist 8:30 Uhr vor dem Amts­gericht Göt­tin­gen, Maschmüh­len­weg 11.