Heute Mor­gen ver­sam­melten sich rund 120 Abschiebegegner*innen im Maschmüh­len­weg und kon­nten die Abschiebung einer dreiköp­fi­gen Fam­i­lie nach Ital­ien ver­hin­dern. Im fol­gen­den doku­men­tieren wir die Pressemit­teilung des AK Asyl zur ver­hin­derten Abschiebung:

Presseerk­lärung zur ver­suchten Abschiebung einer soma­lis­chen Fam­i­lie | 3.11.2014

Die für den heuti­gen Vor­mit­tag, den 3.11. um 7:30, ange­set­zte Abschiebung einer dreiköp­fi­gen soma­lis­chen Fam­i­lie nach Ital­ien kon­nte gestoppt wer­den. Ab 6:30 ver­sam­melten sich rund 100 Unterstützer_​innen vor dem Haus der Fam­i­lie im Maschmüh­len­weg 139, um die unmen­schliche Abschiebepraxis zu block­ieren. Nach zwei Stun­den wurde die Aktion erfol­gre­ich been­det, da weder Bun­de­spolizei noch Mitarbeiter_​innen der Aus­län­der­be­hörde dort auf­tauchten, bzw. sich als solche zu erken­nen gaben.

Am ver­gan­genen Fre­itag hatte die Fam­i­lie von der Aus­län­der­be­hörde nur 45 Euro der ihnen für Novem­ber zuste­hen­den 881 Euro erhal­ten und ihre Dul­dun­gen wur­den lediglich bis zum heuti­gen Mon­tag ver­längert. Das noch ausste­hende Geld kon­nte am Vor­mit­tag von Unterstützer_​innen abge­holt wer­den. Unklar ist noch der Aufen­thaltssta­tus der Fam­i­lie. Es ist wichtig, dass sich ihr Sta­tus schnell klärt, da die dro­hende Abschiebung sie seel­isch und kör­per­lich stark mit­nimmt.

Gegen die Abschiebung wur­den auf­grund der gesund­heitlichen Sit­u­a­tion der Fam­i­lie Rechtsmit­tel ein­gelegt. Die dro­hende Abschiebung stellt einen Schlag ins Gesicht bei­der Eltern­teile dar. Ins­beson­dere weil die Fam­i­lie ein Kind in Ital­ien ver­lor, besteht die direkte Gefahr einer Retrau­ma­tisierung. Die Entschei­dung über den Fall liegt nun beim Ver­wal­tungs­gericht Göt­tin­gen. Unzäh­lige Ver­wal­tungs­gerichte in Deutsch­land beschei­den mit­tler­weile Kla­gen gegen Abschiebun­gen nach Ital­ien pos­i­tiv. Das Bun­de­samt für Migra­tion und Flüchtlinge (BAMF) zeigt sich davon allerd­ings unbeein­druckt. Und die Göt­tinger Aus­län­der­be­hörde hat nicht das Rück­grat, offen gegen diese Akte der Unmen­schlichkeit zu opponieren.

Wir fordern einen sicheren Aufen­thaltssta­tus und den endgülti­gen Stopp aller Bemühun­gen die Fam­i­lie abzuschieben. Wir fordern ein uneingeschränk­tes Bleiberecht für alle und die kom­pro­miss­lose Abschaf­fung des Asylbewerber-​Leistungsgesetzes!“