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Was geht ab?!

Pressemappe Hausdurchsuchung 05.12.2017

Pressemappe Hausdurchsuchungen 05.12.2017


 

Graffiti an der Stadthalle "Göttinger Polizisten schützen die Faschisten"

Am 12.11.2016 wurden AntifaschistInnen von Neonazis angriffen, die durch die Göttinger Polizei geschützt wurden

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Solidarität mit Oli!

50 Genoss_Innen senden Solidarität nach Dresden!

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Interventionistische Linke


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Rote Hilfe

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Selbstorganisiertes Camp der Wohnrauminitiative

Finger weg von linken Häusern - Humboldtallee erhalten!

Das Semester hat begonnen und noch immer fehlt bezahlbarer Wohnraum für StudentInnen. Die Wohnrauminitiative hat daher im Garten der Humboldalle 9 ein selbstorganisiertes Camp eingerichtet, in dem die bisher Erfolglosen bei der Wohnungssuche ein (Zelt-) Dach über dem Kopf finden. Ungeachtet dessen arbeitet das Studentenwerk Göttingen weiter an der Schließung kleinerer und politisch aktiver Wohnheime.

Das selbstorganisierte Camp im Garten hinter der Humboldtallee 9 freut sich über Besuch und Unterstützung. Jeden Abend gibt es gegen 19 Uhr eine Volxküche.


Mehr aktuelle Infos und Bilder zum Camp und zur Situation in der Humboldtallee 9 findet hier auf der facebook Seite der Wohnrauminitiative.



Wohnraum fuer alleDemo | 25.10.2014 | 14 Uhr | Wilhelmsplatz | Göttingen

Für Samstag, den 25. Oktober 2014 ruft die Wohnrauminitiative zu einer Demonstration "Wohnraum für alle!" in Göttingen auf. In einem Aufruf der Wohnrauminitiative heißt es: "Es wird Zeit für ein bezahlbares Leben in der Stadt einzustehen und sich nicht in Apellen an die Politik zu erschöpfen, sondern Wohnraum zu schaffen". Mehr dazu findet Ihr hier.




So stellen sich Vinnen und Magull die Zukunft der H9 vorDie Wohnraum Initiative Göttingen wehrt sich seit etwa zwei Jahren gegen die Schließung kleinerer Wohnheime im Speziellen und den Abbau von Wohnheimplätzen im Allgemeinen. So besetzten im Januar 2013 und im Juni letzten Jahres AktivitInnen das seit 2010 leer stehende Wohnheim in der Geiststraße 10. Zwei Artikel dazu findet ihr hier und hier.

 

 

 

Göttingen, 2007. Demo: Linke Räume erkämpfen und verteidigen!Bereits im Jahr 2007 unterstützte die A.L.I. die Kämpfe für die Aufrechterhaltung linker Räume in Göttingen und darüber hinaus. Das Göttinger Tageblatt konnte am 22.10.2007 berichten: "Während des Demo-Zuges durch die Innenstadt warnte eine Sprecherin die Vertreter des Studentenwerkes, an ihren Plänen festzuhalten: "Die Nummer ist zu groß. Notfalls machen wir auch Hausbesuche." Auf der Internetseite der Antifaschistischen Linken International heißt es dazu: "Ansonsten werden sie sich mit einer mobilisierten radikalen Linken herumschlagen müssen." Sie sieht durch die Kündigung der Mietverträge nicht nur den Selbstverwaltungsstatus der Projekte und billigen Wohnraum in Gefahr, sie sieht "eine starke linke Kultur als das beste Mittel gegen die Ausbreitung sexistischer, faschistischer und rassistischer Strukturen".

 

Presseinformationen | Medienberichte

 


Presseinformationen vom 06.10.2014

"Finger weg von linken Häusern"

A.L.I. solidarisiert sich mit autonomer Wohnungsübergabe in der Humboldtallee 9

Die Antifaschistische Linke International A.L.I. begrüßte heute (Montag 06.10.) eine autonome Wohnungsübergabe im Haus der Humboldtallee 9 und solidarisierte sich mit der Hausgemeinschaft der BewrInnen. Seit vergangener Woche ist die Dachgeschosswohnung des Hauses entgegen der Vorhaben des Studentenwerks wieder von neuen BewrInnen bezogen
worden.

Das Studentenwerk wollte die Wohnung nach dem Auszug der letzten Wohngemeinschaft ab sofort nur noch für kurzzeitige, jeweils ein
Semester dauernde Vermietungen zur Verfügung stellen. Damit hatte es bereits die Kritik der Hausgemeinschaft sowie der Wohnrauminitiative Göttingen auf sich gezogen, weil damit die Selbstverwaltung durch die Hausgemeinschaft und die selbstbestimmte Gestaltung des Zusammenlebens im Haus durch die Politik des Studentenwerks ignoriert wurden. Kurzfristige Belegungen der Wohnheims-Wohnungen zeigten sich darüber hinaus seit längerer Zeit in der Studentenwerkspolitik als Mittel, um mittelfristig die Immobilien sanieren und hinterher den Mietpreis erhöhen zu können. Jetzt droht das Studentenwerk sogar der gesamten Hausgemeinschaft mit drakonischen Maßnahmen wie Kündigung und Exmatrikulation.

Eine Sprecherin der >A.L.I.< bewertete diese Drohungen des Studentenwerks als „autoritäre Mittel einer politischen Bevormundung“.
Sie verwies auf eine seit langem in Göttingen bestehende Kultur selbstbestimmten Wns, in derem Zusammenhang gerade in den Studentenwerkshäusern die Selbstverwaltung durch die Hausgemeinschaften und kollektive Mietverträge akzeptiert wurden. Die >A.L.I.< beobachtet zunehmend, dass diese Kultur durch die Sanierungspolitik des Studentenwerks in Frage gestellt und damit ein Konsens über einen sich verschärfenden Wohnraumkonflikt einseitig aufgekündigt wird. Mit den unverhohlenen Drohungen sei jetzt deutlich eine Grenze zu einem offenen Konflikt überschritten worden. „Viele Häuser in der Stadt sind durch linke Bewegungen erkämpft worden. Wir sind als Teil der radikalen Linken nicht bereit, diese jetzt den Aufwertungsinteressen des Studentenwerks Preis zu geben.“

Vor diesem Hintergrund forderte die >A.L.I.< das Studentenwerk auf, die autonome Wohnungsübergabe in der Humboldtallee 9 zu akzeptieren und sich nicht weiter in die Selbstverwaltung der Hausgemeinschaft einzumischen. „Finger weg von linken Häusern!“ sagte die Sprecherin der Antifa-Gruppe abschließend an die Adresse des Studentenwerks. „Wer einen Konsens aufkündigt, muss mit dem Konflikt leben.“


Medienberichte

Fernsehberichte findet ihr im Sat 1 und NDR.

Grüner Stadtverband zum Wohnheimstreit Humboldtallee 9

Göttinger Tageblatt, 09.10.2014


Die Göttinger Grünen appellieren im Streit um das Wohnheim Humboldtallee 9 an beide Parteien – die Bewr und das Studentenwerk – nach einem Kompromiss zu suchen. „Eine weitere Eskalation dient weder dem Studentenwerk noch der Hausgemeinschaft“, sagte Valentin Büchi, Mitglied des grünen Stadtvorstandes.

Auf der einen Seite müsse das Studentenwerk Rücksicht auf „gewachsene Strukturen“ und die Besonderheiten des studentischen Zusammenlebens nehmen und kompromissbereit sein. Büchti hält den Wunsch der Hausgemeinschaft nach Mitbestimmung über Mitbewr für legitim. Dieser müsse ernst genommen werden.

Und weiter: „Bei der Organisation von Studentenwohnheimen kann Wirtschaftlichkeit nicht die Hauptrolle spielen.“ Andererseits mahnt er die Bewr zur Zurückhaltung: „Ein berechtigtes Anliegen berechtigt noch lange nicht dazu, vollendete Tatsachen zu schaffen.“

Die Grünen schlagen vor, dass die Bewr sich bereit erklären, bei der Belegung der Dachgeschosswohnung und des gemeinschaftlichen Wohnraumes in Abstimmung mit dem Studentenwerk Erasmusstudenten zu integrieren. Auf der anderen Seite müsse das Studentenwerk auf Renovierung und Neuvermietung „nach eigenem Gutdünken“ verzichten.

Vorschlag: Runder Tisch

Darüber hinaus regen die Grünen einen Runden Tisch an, bei dem neben Vertretern der Stadt und des Studentenwerks auch Wohnungsbaugesellschaften und kritische Studierende vertreten sein sollen.

Unterstützung bekommt die Hausgemeinschaft von den Bewrn der Hausgemeinschaften Kreuzbergring 10 und 12 sowie dem Verein Schöner Wn. Aus deren Sicht werden legitime Interessen gegeneinander ausgespielt: Es scheine, als würden die internationalen Studierende vom Studentenwerk instrumentalisiert, „sich unbequemer Hausgemeinschaften zu entledigen“.

Selbstverwaltetes Wn und mehr Wohnraum für internationale Studierende seien kein Widerspruch.

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"Illegale" Mieter: Streit um Wohnheim an der Humboldtallee

HNA, 06.10.2014

Göttingen. Um das Wohnheim Humboldtallee 9 in Göttingen ist offenbar ein Streit entbrannt. Das Studentenwerk fordert, dass drei „illegale“ Mieter das Haus verlassen und droht mit strafrechtlichen Konsequenzen, wenn dies unterbleibt. Die Wohnrauminitiative und die anderen Mieter sehen den Fall ganz anders.
Um dieses Haus geht es: Das Studentenwerk Göttingen verlangt, dass dort „illegale“ Mieter wieder ausziehen. Foto: Schlegel

Um dieses Haus geht es: Das Studentenwerk Göttingen verlangt, dass dort „illegale“ Mieter wieder ausziehen. Foto: Schlegel

Hintergrund: Das Studentenwerk hatte Mietern im Obergeschoss vor einiger Zeit gekündigt, weil dort internationale Gäste untergebracht werden sollen. In der Zwischenzeit waren aber neue „Mieter“ dort eingezogen, die sich zuvor bei der Hausgemeinschaft vorgestellt hatten. Aus Sicht des Studentenwerks ist dieses Vorgehen illegal. Die Leitung fordert die neuen Bewr nun auf, das Haus bis Dienstag, 7. Oktober zu verlassen. Sollte dies nicht geschehen, so droht das Studentenwerk mit Strafanzeigen.

„Wir als Hausgemeinschaft wollen weiterhin mitentscheiden, mit wem wir zusammen wn“, heißt es in einer Reaktion der Bewr. „In der Vergangenheit war es immer üblich, dass sich Menschen, die mit uns wn wollten, bei uns vorgestellt haben. So war eine gut funktionierende Hausgemeinschaft gesichert.“ Die Bewr und die Wohnrauminitiative verstehen das Vorgehen des Studentenwerks als Versuch, die faktische Selbstverwaltung des Hauses anzugreifen und die Hausgemeinschaft aufzulösen.

Thomas Winkelberg, einer der Sprecher der Wohnrauminitiative, fordert das Studentenwerk auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Kritik am Vorgehen des Studentenwerks kommt auch von Ratsherr Ulrich Holefleisch (Bündnis 90/Die Grünen). Das Studentenwerk sollte aus dessen Sicht Respekt vor den Interessen der Hausgemeinschaft haben. Er warnt das Studentenwerk vor jeder Art vorschnellen und gewaltsamen Handelns.

Solidarität mit den Bewrn des Hauses an der Humboldtallee bekunden die „Hausgemeinschaft Rote Null“ sowie die „Antifaschistische Linke International“ (ALI). „Finger weg von Linken Häusern“, schreibt ALI in einer Stellungnahme.

Im Garten des Hauses an der Humboldtallee bieten die Bewr und Wohnrauminitiative eine vorübergehende Unterkunft für Studenten, die noch keinen Wohnraum gefunden haben. Die jungen Leute können dort in Zelten wn. (bsc)

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Bewr der Humboldtallee 9 fühlen sich vom Studentenwerk „bedroht“


Göttinger Tageblatt, 05.10.2014

Bewr des selbstverwalteten Studentenwohnheims Humboldtallee 9 fühlen sich bedroht – von ihrem Vermieter, dem Studentenwerk. „Kündigung des Mietverhältnisses und Exmatrikulation“, so heißt es in einer Pressemitteilung, werde angedroht.
Umstritten: Humboldtallee 9

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Göttingen. Tatsächlich zeigt das Studentenwerk in einem Schreiben juristisch korrekt auf, was Hausbewrn droht, sollte sich belegen lassen, dass sie mitgeholfen haben, die leerstehende Dachwohnung widerrechtlich zu besetzen.

Hintergrund ist die Absicht des Studentenwerkes, das Dachgeschoss zu sanieren und an ausländische Studenten als Einzelzimmer zu vermieten. Das war der Hausgemeinschaft am 18. Juli mitgeteilt worden. Diese erhob Widerspruch. Das Dachgeschoss stand zu diesem Zeitpunkt nach Auszug der Vormieter leer. Am 29. September tauschte der Vermieter Schließzylinder aus. Mitte Oktober sollten die neuen „internationalen Mitbewr“ einziehen.

Doch inzwischen wn andere Studenten dort, solche, die sich zuvor bei der Hausgemeinschaft vorgestellt hatten. Die Tür zum Dachgeschoss fehlt, Matratzen und Spuren in der Küche weisen auf neue Bewr hin.

"Ein Affront"

Darauf hat das Studentenwerk schriftlich mitgeteilt, dass es darin Hausfriedensbruch, Einbruchdiebstahl und Sachbeschädigung sieht. Anzeige wurde aber bisher nicht erstattet. Dabei solle es bleiben, wenn die Räume am Dienstag, 7. Oktober, so vorgefunden werden, dass die Renovierung beginnen kann.

Die Hausgemeinschaft jedoch sieht das Schreiben als Affront an, zumal sie schon lange fordert, das Haus möge komplett an einen gemeinnützigen Verein vermietet werden. Darauf sei Geschäftsführer Jörg Magull bisher nicht eingegangen. Nun würden, so eine Sprecherin, „internationale Studierende instrumentalisiert“, um die „Selbstverwaltung anzugreifen und letztlich die Hausgemeinschaft aufzulösen“.

Diese fühle sich seit längerem wegen ihrer langjährigen politischen Aktivitäten vom Studentenwerk mit Sanktionen belegt. Zuletzt hatten die Bewr zusammen mit der Wohnrauminitiative das Zeltlager für Erstsemester im Garten der Humboldtallee organisiert.

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Göttinger Wohnrauminitiative richtet Camp für Studenten ein

GT, 30.09.2014

Vor dem Küchenzelt preist eine Tafel die „Volxküche“ an: „Red & hot. Today: Pasta à la Hanoi“ ist darauf zu lesen. Im Zelt sitzt Florian. Er schlürft seinen Kaffee, liest Zeitung. Die Temperatur liegt bei angenehmen 16 Grad. Was nach einem idyllischen Ferienzeltlager aussieht, ist bitterer Ernst. In dem Zeltlager im Garten hinter dem Studentenwohnheim in der Humboldtallee 9 bietet die Göttinger Wohnrauminitiative seit Sonntag Unterkunft für wohnungssuchende Studenten an.

Florian ist einer von ihnen. Nach dem Studium in Tübingen will der 23-Jährige in Göttingen sein Masterstudium in angewandter Informatik beginnen. „Im Sommer habe ich langsam angefangen zu suchen“, berichtet er. Ein WG-Zimmer oder ein Ein-Zimmer-Appartement sucht er, so zentral wie möglich. 50 E-Mails habe er auf Annoncen geschrieben, geantwortet hätten nur fünf, gefunden hat er nichts.

„Mein Anspruch ist gar nicht groß“, sagt er. Zu finden war bislang dennoch nichts. Seit Sonntag campiert Florian in der Humboldtallee. Eine „Gastfreundschaft gleichen“ habe er dort gefunden. „Und Zeltlageridylle.“ Seine Alternative wäre die Jugendherberge gewesen, die aber 25 Euro pro Übernachtung kostet. „Je nach dem wie lange meine Suche dauert, kann das auch schnell sehr teuer werden“, sagt Florian. Am Vormittag steht für ihn eine Wohnungsbesichtigung in der Südstadt an.

Studienbeginn mit Enttäuschung

50 Schlafplätze in Zelten bietet das Camp für Wohnungssuchende. Es gibt Duschen, Toiletten und Waschmaschinen. Abends bereiten Helfern der Wohnrauminitiative ein warmes Abendessen zu, morgens gibt es Brötchen und Kaffee. Bis Anfang November soll es die Zelt-Notunterkunft geben. Zahlen müssen die Bewr nichts, Spenden sind aber willkommen. Die Schlafplatzvergabe läuft Voranmeldung. Rundum die Uhr ist jemand von der Wohnrauminitiative vor Ort, um Neuankömmlinge in Empfang zu nehmen.

"Das neue Wintersemester beginnt für viele Studierende mit Enttäuschung", heißt es in einer Mitteilung der Wohnrauminitiative. "Entmietungen, Umbauten und steigende Mieten erschweren die Wohnungssuche in Göttingen zunehmend. Viele müssen pendeln oder ihren Studienplatz in Göttingen verzweifelt aufgeben. Manche finden eine teure Zwischenstation."

Die Initiative kritisiert den Allgemeine Studierendenausschuss und das Studentenwerk. Der diesjährige Asta glänze "durch Ignoranz studentischer Anliegen". Und: "Obwohl es seit Jahren das Problem der studentischen Wohnungsnot gibt, ist bisher dahingehend nichts passiert. Dies ist nur ein weiteres Mosaik an dem sich zeigt, dass das Studentenwerk seinen sozialen Auftrag empfindlich vernachlässigt", heißt es in der Mitteilung vom Sonntag.

"Es ist nichts frei"

Seit Mittwoch bietet das Studentenwerk in Zusammenarbeit mit der Stadt und in Absprache mit dem Asta in der ehemaligen Voigtschule ein Notquartier mit 81 Plätzen an. Ein Sprecher der Wohnrauminitiative wertet dieses Angebot zwar als positiv. Die generelle Kritik an einem Studentenwerk, das "damit beschäftigt ist, Wohnraum abzubauen, statt zu schaffen" hält er aber weiterhin aufrecht.

Für die Nacht zum Mittwoch haben sich bis zum Nachmittag zehn Übernachtungsgäste für das Camp gemeldet. Darunter Ahmed (23), Wirtschaftsstudent aus Kairo, Irina (19), angehende Chemie-Studentin aus Mazedonien und Paul (18), künftiger Physik-Student aus Detmold, die im Internet auf das Angebot der Wohnrauminitiative aufmerksam geworden sind.

Irina ist seit sechs Tagen in Göttingen und will hier ihr Studium beginnen. Gewohnt hat sie seitdem im Hotel, in der Jugendherberge, in einem Zimmer in Grone und im Hostel. Seit knapp drei Wochen durchforstet sie im Internet Wohnungsanzeigen, hat E-Mails geschrieben und auf Anzeigen geantwortet. "Es ist nichts frei", sagt sie.

Vom Camp aus auf der Wohnungssuche

Änliches berichtet Ahmed, der sein Master-Studium beginnen will. Er sucht ein WG-Zimmer oder eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung. Seine Hoffnung setzt er auf Besichtigungstermine am Mittwoch. Paul hingegen hatte bereits eine Wohnung. Aus Detmold sei er zwei Mal nach Göttingen gefahren und gesucht. "Die Wohnung war aber ein Reinfall", sagt er. Er habe sie sich mit seiner Vermieterin teilen müssen. Das habe ganz und gar nicht funktioniert. Jetzt versucht er, wie die anderen, vom Camp aus sein Glück auf der Wohnungssuche.

Für Florians ist die Suche vorerst beendet. Sein Besichtungstermin hat am Dienstag zum gewünschten Erfolg geführt. Sicher ist aber: Für die anderen Camp-Bewr geht die Suche weiter. Ungewiss ist, ob die Temperaturen so mild bleiben, wie zur Zeit.

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Zeltlager für Studierende: Wohnungsnotstand macht erfinderisch


HNA, 01.10.2014

Die Wohnrauminitiative hat ein Notzeltlager für Studierende eingerichtet. Sie bietet ab sofort ein Camp mit 50 Schlafplätzen in Zelten für wohnungssuchende Studierende an, die in der Humboldtallee 9 stehen.
Göttinger Studenten wn zur Not im Zeltlager: Die Wohnrauminitiative nimmt Erstsemestler auf, bis sie ein richtiges Dach über dem Kopf gefunden haben. Foto: Privat/nh

Ansprechpartner der Wohnrauminitiative sind vor Ort. Bis Anfang November soll das Zeltlager offen sein.

Duschen, Toiletten und Waschmaschinen sind ebenso vorhanden, wie ein größeres Gemeinschaftszelt mit Feuerstelle. Für Menschen Zelt gibt es große Ausweichzelte, für Menschen mit Hunger ein Abendessen, für ein trockenes Gepäckabteil und Wertsachensicherung ist ebenfalls gesorgt.

Das neue Wintersemester beginne für viele Studierende mit Enttäuschung: Entmietungen, Umbauten und steigende Mieten erschweren die Wohnungssuche in Göttingen zunehmend, so die Initiative. Viele Studierende müssen deshalb pendeln oder sogar ihren Studienplatz in Göttingen verzweifelt aufgeben. Manche finden eine teure Zwischenstation.

Eine Sprecherin der Wohnrauminitiative erklärt dazu: „Das jährlich wiederkehrende Problem wird von zuständigen Institutionen wie ein unbekanntes Phänomen behandelt. Während die AStA Notunterkünfte organisierte und den Studierenden ein Auffangnetz bot, glänze der diesjährige AStA durch Ignoranz studentischer Anliegen. Ebenso sehe wohl auch das Göttinger Studentenwerk keinen Handlungsbedarf. Öffentliche Präsenz zeige es vor allem, wenn es darum geht, Transparente von Hauswänden fernzuhalten und den Druck auf studentische Selbstverwaltung und Wohnkultur zu erhöhen.

Obwohl es seit Jahren das Problem der studentischen Wohnungsnot gibt, sei bisher dahingehend wenig passiert. „Dies ist nur ein weiteres Mosaik an dem sich zeigt, dass das Studentenwerk seinen sozialen Auftrag empfindlich vernachlässigt.“

Als kurzfristige Lösung bieten die Stadt und das Studentenwerk 81 Schlafplätze in der leerstehenden ehemaligen Voigt-Schule an (wir berichteten).

Das Zeltlager der Wohninitiative liegt campus- und innenstadtnahe Lage der Humboldtallee 9 mache es optimal für einen guten Startpunkt.

Zusätzlich soll das spendenbasierte Zeltlager auch der sozialen Zusammenkunft dienen: Filmabende, Workshops, kleinere Konzerte sollen stattfinden. (mtg)

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Bottom Line