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Grenzenlos feministisch kämpfen‭

– kein Platz für Antifeminismus,‭ ‬Rassismus,‭ ‬Homo-‭ ‬und Transphobie‭!

Frauenkamptag Plakat 2015
for english version see below

Antifeministische Positionen erfahren in letzter Zeit Aufwind und sind weit verbreitet.‭ ‬Fundamentalistische ChristInnen,‭ ‬Männerrechtler,‭ ‬organisierte Neonazis,‭ ‬RechtspopulistInnen und nicht zuletzt die‭ '‬WutbürgerInnen‭' ‬aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft inszenieren sich als VerteidigerInnen traditioneller Familien-‭ ‬und Geschlechterbilder.‭  ‬Sie verbreiten dabei unter großem Medieninteresse altbekannte patriarchale Normen,‭ ‬indem sie sich auf das Bild eines‭ ‬weißen,‭ ‬deutschen‭ '‬Normalbürgers‭' ‬aus der Mittelschicht beziehen.‭ ‬Sie treten für eine angeblich‭ '‬natürliche‭' ‬Geschlechterordnung ein,‭ ‬die sich ausschließlich an heterosexuellen Lebensweisen orientiert.‭
Diese Ordnung sehen AntifeministInnen von feministischen Forderungen wie der Gleichberechtigung aller Geschlechter bedroht und werten diese pauschal als‭ '‬Genderismus‭' ‬ab.‭ ‬Mit der Argumentation,‭ ‬heute sei‭ '‬doch schon alles erreicht‭'‬,‭ ‬wird der Kampf für Gleichberechtigung als‭ '‬Gender-Wahn‭' ‬gelangweilter Frauen‭* ‬abgetan und Gewalt gegen FrauenLesben und Trans‭*‬-Menschen verharmlost.‭ ‬Solchen antifeministischen Positionen gilt unsere Kampfansage.

Gegen rassistische Grenzziehungen


Antifeministische Positionen richten sich nicht nur gegen vielfältige Lebensweisen,‭ ‬sondern verbinden sich auch mit dem rassistischen Weltbild von extremen Rechten,‭ ‬Konservativen und‭ '‬WutbürgerInnen‭'‬.‭ ‬Ein Beispiel hierfür ist die Pegida-Bewegung.‭ ‬Seit ihrem Entstehen als Sprachrohr für unterschiedliche rassistische Vorurteile haben sich‭ ‬Übergriffe auf Migrant*innen und Flüchtlinge in Deutschland mehr als verdoppelt.‭ ‬Pegidas rassistische Angstmache vor einer angeblichen‭ '‬Islamisierung‭' ‬der Gesellschaft nutzt auch vermeintlich feministische Positionen,‭ ‬um rassistische Grenzen zu ziehen:‭
Das angebliche Eintreten für Frauenrechte dient der Abwertung‭ '‬nicht-westlicher Kultur‭' ‬als gewaltvoll und rückständig und damit der eigenen Aufwertung.‭ ‬In dieser Denkweise werden antifeministische und rassistische Positionen zu dem Ziel miteinander verbunden,‭ ‬weiß-deutsche,‭ ‬männliche und heterosexuelle Privilegien aufrecht zu erhalten.

Gegen starre Grenzen zwischen Männlichkeiten und Weiblichkeiten‭

Antifeministische Strömungen haben die Vorstellung gemeinsam,‭ ‬dass es nur zwei Geschlechter gibt.‭ ‬Diese hätten grundsätzlich so verschiedene Eigenschaften,‭ ‬Fähigkeiten und Persönlichkeiten,‭ ‬dass zum Beispiel die ungleiche Arbeitsteilung und Bezahlung von Frauen und Männern‭ '‬natürlich‭' ‬und unveränderbar sei.
Diese Vorstellung ist patriarchal,‭ ‬weil sie männliche Privilegien aufrecht erhält und Weiblichkeiten abwertet.‭ ‬Außerdem ist sie Grundlage dafür,‭ ‬dass die‭ ‬weiß-deutsche Vater-Mutter-Kind-Familie rechtlich und gesellschaftlich bevorzugt wird.‭ ‬Indem von einem‭ '‬natürlichen‭' ‬Begehren von Männern gegenüber Frauen‭ (‬und umgekehrt‭) ‬ausgegangen wird,‭ ‬werden alle nicht-heterosexuellen Lebensweisen abgewertet.‭ ‬Diese Abwertung zeigt sich u.a.‭ ‬in der Hetze gegen sexuelle Vielfalt in Schullehrplänen.‭ ‬An dieser beteiligen sich teilweise dieselben Menschen,‭ ‬die sich auch bei Pegida,‭ ‬bei Kundgebungen gegen Abtreibungsrechte und/oder in der rechten Partei Alternative für Deutschland‭ (‬AfD‭) ‬engagieren.

Feministisch kämpfen,‭ ‬Grenzen einreißen‭ ‬– am Internationalen Frauenkampftag und auch sonst‭!

Der Internationale Frauenkampftag geht auf Streiks von Textilarbeiterinnen am‭ ‬8.‭ ‬März‭ ‬1908‭ ‬in St.‭ ‬Petersburg und New York zurück,‭ ‬die für menschenwürdige Arbeits-‭ ‬und Lebensbedingungen und gegen Ausbeutung gekämpft haben.‭ ‬Seit‭ ‬1921‭ ‬steht der‭ ‬8.‭ ‬März u.a.‭ ‬für den‭ ‬Kampf gegen Krieg,‭ ‬für Frauenwahlrecht,‭ ‬für gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung,‭ ‬gegen sexualisierte Gewalt und für Selbstbestimmung.‭
In dieser Tradition kämpfen wir für eine Gesellschaft jenseits von starren Geschlechtergrenzen und Hetero-Zwang,‭ ‬sexistischer und rassistischer Gewalt sowie nationalistischen Grenzpolitiken.‭ ‬Wir kämpfen für eine solidarische Gesellschaft,‭ ‬in der Menschen im Mittelpunkt stehen und nicht nur ihr wirtschaftlicher Nutzen.‭


– am Samstag,‭ ‬7.‭ ‬März‭ ‬– ab‭ ‬14h‭ ‬– Gänseliesel Göttingen‭ ‬–
Gib Antifeminismus keinen Raum‭ ‬– am‭ ‬7.‭ ‬März auf der Straße und auch sonst immer und‭ ‬überall‭!  
Jeder Tag ein‭ ‬8.‭ ‬März‭!


Feminist fighting beyond boundaries‭

– against antifeminism,‭ ‬racism,‭ ‬homophobia and trans*phobia‭!


Antifeminist positions are on the rise and are already widespread.‭ ‬Fundamentalist Christians,‭ ‬organized neo-Nazis,‭ ‬right-wing populists and,‭ ‬not least among them,‭ ‬‘angry citizens‭’‬ (‘Wutbürger‭’‬) from the so-called center of society all feel called upon to defend traditional images of gender and family values.‭ ‬Viewed with great interest by the media,‭ ‬they spread notoriously patriarchal norms by referring to the image of a‭ ‬white German middle-class‭ ‬‘normal‭’‬ citizen.‭ ‬They advocate a supposedly natural gender order framed by an exclusively heterosexual way of living.‭
Antifeminists consider this order to be threatened by feminist claims to equality for all genders.‭ ‬Antifeminists therefore depreciate the claims as all being‭ ‬‘genderism‭’‬.‭ ‬Arguing that‭ ‬‘nowadays all that has already been achieved‭’‬,‭ ‬they dismiss the struggle for equality as‭ ‬‘gender hysteria of bored women‭’‬ and trivialize violence against women,‭ ‬lesbians and trans*people.‭ ‬We are calling to fight against such antifeminist positions‭!

Against constructing racist boundaries‭

Antifeminist positions not only oppose diverse ways of living,‭ ‬but also correspond to the racist attitude of the extreme right,‭ ‬conservatives and‭ ‬‘angry citizens‭’‬.‭ ‬This can be seen at the example of the Pegida movement.‭ ‬Since it started voicing all kinds of racist prejudices,‭ ‬the number of attacks against refugees and migrants in Germany has doubled.‭ ‬Pegida‭’‬s racist agitating against the‭ ‬‘islamization‭’‬ of society also uses supposedly feminist positions to draw racist boundaries:‭ ‬In the name of defending women‭’‬s rights,‭ ‬‚non-Western cultures‭’‬ are devalued as violent and backwards which at the same time serves to enhance their own status.‭ ‬In this argument antifeminist and racist positions are united in order to keep up‭ ‬white German male heterosexual privilege.‭

Against rigid boundaries between masculinity and femininity

Antifeminist currents share the idea that there are only two genders.‭ ‬Men and women are considered to be so essentially different in characteristics and abilities that inequalities in the division of labour and wages appear as something‭ ‬‘natural‭’‬ and unchangeable.‭
This idea is patriarchal because it promotes male supremacy and devalues femininity.‭ ‬It is also at the core of the social and legal privileging of‭ ‬white German nuclear families with father,‭ ‬mother and child(ren‭)‬.‭ ‬By assuming a‭ ‬‘natural‭’‬ desire between men and women,‭ ‬non-heterosexual ways of living are delegitimized.‭ ‬This devaluation is illustrated,‭ ‬for example,‭ ‬in the hate campaign against sexual diversity as part of school curricula.‭ ‬Many of the people participating in this campaign are the same as those joining Pegida,‭ ‬marching against abortions and/or working for the Alternative Party for Germany‭ (‬AfD‭)‬.‭

Feminist fighting beyond boundaries‭! ‬On International Women‭’‬s Day and always‭!

The International Women‭’‬s Day goes back to strikes of textile workers on March‭ ‬8th‭ ‬1908‭ ‬in St.Petersburg and New York.‭ ‬These were fights for humane working and living conditions and against exploitation.‭ ‬Ever since‭ ‬1921,‭ ‬the‭ ‬8th of March represents the struggle against war,‭ ‬for women‭’‬s vote,‭ ‬for equal pay for the same work,‭ ‬against sexual violence and for a self-determined life.‭
As part of this tradition we fight for a society beyond rigid gender boundaries and compulsory heterosexuality,‭ ‬against sexist and racist violence and against nationalist border policies.‭ ‬We fight for a society of solidarity,‭ ‬which is built for the people and not on their economic use.‭



– Saturday,‭ ‬March‭ ‬7th,‭ ‬starting‭ ‬2‭ ‬p.m.,‭ ‬Gänseliesel Göttingen‭ ‬–
No to‭ ‬antifeminsm‭ ‬– out on the streets on March‭ ‬7th and everywhere else always‭!
Every day is‭ ‬8th of March‭!

8.‭ ‬März-Bündnis‭ ‬2015
Bottom Line