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Widerstand im KZ Buchenwald

und Gedenkstättenarbeit

Buchenwald
"Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern dfer Völker steht.
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig."

Am 19. April 1945 leisteten 21.000 Häftlinge des KZ Buchenwald nach ihrer Selbstbefreiung auf ddem Appellplatz diesen Schwur, der bis heute nichts von seiner Aktualität und Dringlichkeit verloren hat. Seit April 1954 treffen sich ehemalige Häftlinge und AntifaschistInnen jedes Jahr um der Selbstbefreiung Buchenwalds und der fasachistischen Verbrechen zu gedenken. Heute, 60 Jahre später, sind die meisten aktiven, politischen ehemaligen Gefangenen verstorben.
Der politische Charakter des Schwurs, die Rolle, die Buchenwald im Geschichtsverständnis der DDR spielte, und die Bedeutung, die Buchenwald bei der Zerschlagung der ArbeiterInnenbewegung im "Dritten Reich" hatte, all das war dem offiziellen Gedenken der BRD schon immer ein Dorn im Auge. Der Schwur von Buchenwald und Dokumente +über die Selbstbefreiung verschwinden langsam und unmerklich aus dem Fokus der Betrachtung und werden zu dem degradiert, was sie in den Augen des politischen Mainstreams schon immer waren: zu vernachlässigende Randerscheinungen des Geschehens, bei dem auch heute noch die Täter die Richtung der "Bewältigung" vorgeben. Um zu verstehen, warum der Umgang mit der Geschichte Buchenwalds sich derart ambivalent gestaltet, muss mensch sich das Besondere dieses Lagers noch einmal vor Augen führen:
Es gelang den zahlreichen Gefangenen der ArbeiterInnenbewegung, auch über die Grenzen der verschiedenen politischen Lager hinweg, einen gemeinsamen, solidarischen Widerstand zu organisieren. So wurden zahlreiche Kinder vor der SS, und somit vor dem sicheren Tod versteckt, es gelang an verschiedenen Stellen Erleichterungen des alltäglichen Lebens zu schaffen, Rüstungsproduktion im Lager wurde sabotiert und auch die "Evakuierung"(=Eliminierung) der jüdischen Häftlinge in den letzten Tagen des Lagers konnte durch die Zusammenarbeit der Inhaftierten verschleppt und zu großen Teilen verhindert werden.
All das war möglich, da viele Inhaftierte schon im Vorfeld Erfahrungen mit legaler und illegalisierter politischer Arbeit gemacht hatten, die politischen Spaltungen aus den Zeiten der Weimarer Republik überwunden werden konnten und sich zudem viele über ihre Widerstandsarbeit die Hoffnung auf eine Zukunft in Freiheit am Leben erhielten. Es gelang den Häftlingen von Anfang an eine Struktur aufzubauen, die diese Qualität der Widerstandsarbeit möglich machte. Auf deren Grundlage konnte 1943 sogar ein Internationales Lagerkomitee gegründet werden, dass auf den bewaffneten Widerstand hinarbeitete, und das die Selbstbefreiung nur schwer vorstellbar gewesen wäre.
Schon die Existenz dieses Komitees und des koordinierten Widerstandes steht im Widerspruch zu dem herrschenden Geschichtsverständnis und besonders der herrschenden Sicht auf die Opfer. Während allgemein so getan wird, als wären die Deutschen mehr oder weniger "unschuldig" in die Verbrechen hineingerutscht, werden die Opfer dieser Verbrechen als bedauernswerte Objekte gesehen.
Wo die Realität dieser Sichtweise entgegensteht, wo die Opfer durch Widerstand zu Subjekten wurden, wo KommunistInnen, SozialdemokratInnen und andere auch solche Lehren aus dem Faschismus gezogen haben, die der politischen Marschrichtung der Bundesrepublik eine eigene Perspektive entgegensetzen, die den Interessen des "Rechtsnachfolgers des Deutschen Reiches" entgegenstehen, wird diese Realität bagatellisiert oder verschwiegen.
Darum ist es gerade heute, 60 Jahre nach der Selbstbefreiung, notwendig den wenigen verbliebenen überlebenden Häftlingen in dem Kampf im ihr Gedenken zur Seite zu stehen und immer wieder auf das unbequeme Vermächtnis von Buchenwald hinzuweisen.
Die Vernichtung des Nazismus bleibt unsere Losung, das sind wir den Toten und ihren Angehörigen schuldig.

Am 10. April organisierte die >A.L.I< in Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung antifaschistsicher Kultur e.V. im Rahmen des 8.Mai 2005 - 60. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus - eine Busfahrt zur Gedenkveranstaltung in Buchenwald statt. Ca. 30 Leute aus Göttingen und der Umgebung nahmen daran teil.

Weitere Informationen über die Gedenkstättenarbeit in Buchenwald findet Ihr bei dem
Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora :: Freundeskreis e.V.

Bottom Line