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Dank Euch - Ihr Heldinnen der Roten Armee!Zur Geschichte des antifaschistischen Widerstands

Veranstaltung "Gedenkstättenpolitik" und Selbstbefreiung Buchenwald +++ Fahrt nach Buchenwald +++ Buchvorstellung "Revolution" +++ Stadtrundgang +++ Party zum 8. Mai 2010

 

Hintergrund | Veranstaltungen | Aktionsseite | Aufruf | 8. Mai 1945 - 2005 | weitere Informationen


65 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus kommt der Auseinandersetzung mit Geschichte hierzulande weiterhin eine besondere Bedeutung zu. Die Deutungsmacht über Geschichtsschreibung ist hart umkämpft: In Dresden wollten Neonazis am 13.2.2010 den größten faschistischen Aufmarsch nach dem zweiten Weltkrieg in Europa durchführen. Ihr Ziel ist es Geschichte zu verkehren und die Deutschen zu den eigentlichen Opfern des Krieges zu erklären. Der Staat gab sich alle Mühe „seinen“ Faschisten diesen Aufmarsch genehm zu machen: Antifaschistische Plakate, die zu Blockaden des Aufmarsches aufriefen wurden bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmt. Dennoch haben sich 15.000 Menschen den Neonazis in den Weg gestellt – sich auf die Straße gesetzt oder die Faschisten direkt angegriffen. Gemeinsam hatte das breite Bündnis gegen die Neonazis Erfolg.

Gegenwärtiges erklärt sich nur aus der Geschichte heraus und muss auch so begriffen werden. Wir leben im Land der TäterInnen des deutschen Faschismus. Diese Geschichte schafft ein besonderes Vorzeichen im Bewusst- wie im Unterbewusstsein der deutschen Gesellschaft. Wie der deutsche Faschismus das Denken und Handeln bis heute prägt, so leitet sich auch der antifaschistische Widerstand aus seiner eigenen Geschichte ab. Wird politisches Handeln dieses Verständnis betrieben, bleibt es allein reaktiv und bezugslos.

Wir nehmen unsere Reihe von Veranstaltungen und Aktionen zur Geschichte des antifaschistischen Widerstands von der Novemberrevolution 1918 bis zur Befreiung vom deutschen Faschismus in Europa am 8.5.1945 zum Anlass, unsere heutige antifaschistische Politik in diese vergangenen Kämpfe einzuordnen. Mit den Schwerpunkten unserer Veranstaltungen versuchen wir, einen Ausschnitt des Handelns der kämpfenden AktivistInnen nachvollziehbar zu machen. Es geht uns um das Aufspüren historischer Erfahrungen jener Zeit und die Frage, welchen Nutzen sie für die heutigen Auseinandersetzungen haben können.

Den Aufruf weiter lesen.



Veranstaltungen

Veranstaltung zur Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und zu Gedenkstättenpolitik

mit Ulrich Schneider. Der Referent ist Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) und ehemaliger Leiter der Gedenkstätte Buchenwald.

Freitag, 9. April 2010 | 19.00 Uhr | Buchladen | Nikolaikirchhof 7 | Göttingen

 


Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Buchenwald (bei Weimar)

Zur Feier des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos anlässlich des 65. Jahrestages der Selbstbefreiung der Häftlinge.

Sonntag, 11. April 2010 | 10.00 Uhr | Göttingen

13.30 Uhr: Gedenkfeier
14.30 Uhr: Möglichkeit der Teilnahme an einer Führung durch die Gedenkstätte (90 Min.)
16.00 Uhr: Gedenken des Internationalen Lagerkomitees am Glockenturm auf dem Ettersberg
18.00 Uhr: Rückfahrt ab Buchenwald, Rückankunft in Göttingen ca. 20.30 Uhr.



Buchvorstellung und Bilderschau "Revolution und bewaffnete Aufstände in Deutschland 1918 - 1923"

mit Bernd Langer. Der Autor war aktiv im Antifaschistischen Arbeitskreis Bad Lauterberg und in der Autonomen Antifa (M) Göttingen. Sein neues Buch "Revolution und bewaffnete Aufstände in Deutschland 1918 - 1923" wird gegenwärtig bei einer Lesereise vorgestellt und ist im Roten Buchladen für 19,80 Euro erhältlich.

Freitag, 16. April 2010 | 19.00 Uhr  | Buchladen | Nikolaikirchhof 7 | Göttingen




Historischer antifaschistischer Stadtrundgang

mit Bernd Langer. Der Buchautor und langjährige Aktivist kommt aus Bad Lauterberg und war dort im Antifaschistischen Arbeitskreis aktiv. Bereits 2006 organisierte Bernd Langer eine regionalgeschichtliche Veranstaltungsreihe, bei der das Leben und Wirken der beiden kommunistischen Abgeordneten und Antifaschisten Karl Peix und Walter Krämer in den Mittelpunkt gestellt wurde. Der Abschluss des Stadtrundgangs am 18. April findet am VVN-Gedenkstein, der für ehemalige Widerstandskämpfer (u.a. für Karl Peix) am Felsenkeller aufgestellt wurde, statt.

Sonntag, 18. April 2010 | 15.00 Uhr | Kleiner Kurpark, an der Quelle | Bad Lauterberg




Party mit Lucha Amada Soundsystem, DJane-Crew Krachmach Orchestra und Molotows' Cocktailbar

Wer nicht (rein)feiert hat verloren! 8. Mai, Spasibo heißt danke!

Lucha Amada aus Köln/Bonn/Berlin - sind ein Kollektiv, das seit ca. 8 Jahren Musik aus dem spanisch-,italienisch-, baskisch-,catalan-, portugiesisch-, französischsprachigem Raum auflegt. Lucha Amada legen jedoch nicht gewöhnlichen Salsa oder ähnliches auf, sondern konzentrieren uns auf die Szene internationaler Bands, die traditionelle Stile mit neueren Richtungen zu einem "rumbapunkyreggae-salsamuffinlatinska" mixt.

Die DJanes Krachmach Orchestra kommen aus Göttingen und legen Elektro-Pop und Tech-House/Techno auf.

Freitag, 7. Mai 2010 | JuzI | Bürgerstr. 41 | Göttingen



Kundgebung der VVN-BdA

zum 65. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus

Samstag, 8. Mai 2010 | 11.00 Uhr | Markt/Gänseliesel | Göttingen



Ihr könnt unseren Aufruf auch
als pdf-Datei downloaden (707kb).

Zur Geschichte des antifaschistischen Widerstands

65 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus kommt der Auseinandersetzung mit Geschichte hierzulande weiterhin eine besondere Bedeutung zu. Die Deutungsmacht über Geschichtsschreibung ist hart umkämpft: In Dresden wollten Neonazis am 13.2.2010 den größten faschistischen Aufmarsch nach dem zweiten Weltkrieg in Europa durchführen. Ihr Ziel ist es, Geschichte zu verkehren und die Deutschen zu den eigentlichen Opfern des Krieges zu erklären. Der Staat gab sich alle Mühe „seinen“ Faschisten diesen Aufmarsch genehm zu machen: Antifaschistische Plakate, die zu Blockaden des Aufmarsches aufriefen, wurden bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmt. Dennoch haben sich 15.000 Menschen den Neonazis in den Weg gestellt – sich auf die Straße gesetzt oder die Faschisten direkt angegriffen. Gemeinsam hatte das breite Bündnis gegen die Neonazis Erfolg.

Gegenwärtiges erklärt sich nur aus der Geschichte heraus und muss auch so begriffen werden. Wir leben im Land der TäterInnen des deutschen Faschismus. Diese Geschichte schafft ein besonderes Vorzeichen im Bewusst- wie im Unterbewusstsein der deutschen Gesellschaft. Wie der deutsche Faschismus das Denken und Handeln bis heute prägt, so leitet sich auch der antifaschistische Widerstand aus seiner eigenen Geschichte ab. Wird politisches Handeln dieses Verständnis betrieben, bleibt es allein reaktiv und bezugslos.

Wir nehmen unsere Reihe von Veranstaltungen und Aktionen zur Geschichte des antifaschistischen Widerstands von der Novemberrevolution 1918 bis zur Befreiung vom deutschen Faschismus in Europa am 8.5.1945 zum Anlass, unsere heutige antifaschistische Politik in diese vergangenen Kämpfe einzuordnen. Mit den Schwerpunkten unserer Veranstaltungen versuchen wir, einen Ausschnitt des Handelns der kämpfenden AktivistInnen nachvollziehbar zu machen. Es geht uns um das Aufspüren historischer Erfahrungen jener Zeit und die Frage, welchen Nutzen sie für die heutigen Auseinandersetzungen haben können.

Mit der Buchvorstellung „Revolution und bewaffnete Aufstände in Deutschland 1918 bis 1923“ begeben wir uns in bedeutsame umkämpfte Jahre der revolutionären ArbeiterInnenbewegung: Die Novemberrevolution von 1918, den Generalstreik gegen den Kapp-Putsch 1920 und weitere folgende Auseinandersetzungen. Deren Kenntnis ist wichtig für das Verständnis des aufkommenden Faschismus´ und eines Scheiterns des Widerstandes dagegen.

Die historische „Antifaschistische Aktion“ von 1932 ist für uns ein positiver Bezug, der uns als Kristallisationspunkt einer bestimmten politischen Phase Handlungsstrategien lehrt. So beziehen wir uns auf den Bündnischarakter aller anti­faschistischen Kräfte ü­­ber politische Differenzen hinweg, auf das eigenverantwortliche Han­deln an der Basis, auf einen „Befehl von Parteiführungen“ zu warten und auf die organisierte Massenmilitanz – die antifaschistische Selbsthilfe.

Wir machen uns keine Illusionen: Das Bündnis der Herrschenden mit den Faschisten konnte dadurch nicht mehr aufgehalten werden. Die Selbstbefreiung der Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald trägt in sich den Geist, sich auch unter den widrigsten und bedrohlichsten Bedingungen als handelndes Sub­jekt zu begreifen und Widerstand zu organisieren. Über den Umgang und die Deutung dieses Vermächtnisses diskutieren wir während einer Veranstaltung zur Selbstbefreiung Buchenwalds und zur Gedenkstättenpolitik mit Ulrich Schneider von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA).

65 Jahre nach diesen Ereignissen ist klar, dass wir zur letzten Generation gehören, die überhaupt noch die Möglichkeit haben mit ZeitzeugInnen in Begegnung zu kommen. Dieser Umstand schafft be­son­dere Herausforderungen bei der Vermittlung von Geschichte – alles was danach kommt ist Deutung, die an Macht gebunden ist. Am 11.4.2010 werden wir gemeinsam zur Feier des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) zum 65. Jahrestag der Selbstbefreiung fahren.

Diese bewegten historischen Ereignisse finden auch in der Regionalgeschichte Göttingens und Südniedersachsens ihren Niederschlag. Anhand biografischer Berichte zum KPD-Abgeordneten und antifaschistischen Widerstandskämpfer Karl Peix skizzieren wir einige Begebenheiten dieser Geschichte. Bei einem historischen Stadtrundgang mit Bernd Langer am Sonntag, den 18. April 2010 in Bad Lauterberg werden wir uns auf die Spurensuche nach diesen Kämpfen machen. In Göttingen werden wir am 8. Mai 2010, dem 65. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus, mit einer Kundgebung der ermordeten ZwangsarbeiterInnen gedenken.

Die Veranstaltungstermine findet ihr hier. Für die Recherche zu diesem Aufruf haben wir die folgende Literatur verwendet.

„Alle Räder stehen still…“ Novemberrevolution 1918 und Generalstreik gegen den Kapp-Putsch im März 1920

Der Kieler Matrosenaufstand lieferte Ende 1918 die Initialzündung für einen allgemeinen Aufstand, der das Ende des Ersten Weltkrieges und des deutschen Kaiserreiches erzwang. In zahlreichen Städten wurden Arbeiter- und Soldatenräte gegründet, die in ihrer Organisationsform selbst einen basisdemokratischen Charakter verwirklichten. Inspiriert durch die Oktoberrevolution 1917 in Russland, hofften viele auf ein Ende von Krieg, Kaiserreich und Kapitalismus. Fast zeitgleich riefen am 9.11.1918 in Berlin der SPD-Vorsitzende Philipp Scheidemann die Republik und Karl Liebknecht (Spartakusbund) die sozialistische Republik aus. Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert forderte das Amt des Reichskanzlers für sich.
Die SPD hatte bereits vor 1914 eine nationalistische Position eingenommen und durch ihre Zustimmung zu den Kriegskrediten den Ersten Weltkrieg mit ermöglicht. Dem entgegen stand das deutliche „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ von Karl Liebknecht. Auch vom Ziel einer proletarischen Revolution zur Überwindung des Kapitalismus hatte sich die Sozialdemokratie abgewendet und propagierte stattdessen „soziale Reformen“ innerhalb der bestehenden Ordnung. Nachdem die SPD dafür Ende 1918 die Ausgangsbedingungen erfüllt sah, setzte sie erneut auf ein Bündnis mit den alten reaktionären Eliten. In den folgenden Monaten ließ sie revolutionäre Aufstände blutig niederschlagen. Im Januar 1919 wurden die beiden kommunistischen ArbeiterführerInnen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von rechten Freikorps-Soldaten ermordet.

Doch diese Taktik blieb ein instabiles Unterfangen. Die alten monarchistischen und rechten Kräfte dankten der SPD ihren Arbeiterverrat nicht. Schon 1920 ging die SPD erneut ein strategisches Bündnis mit den KommunistInnen ein, um den rechten Kapp-Putsch abzuwehren.
Unter kaiserlichen Reichskriegsflaggen und teils mit Hakenkreuzen an den Stahlhelmen marschiert die Marinebrigade Erhardt am 12.3.1920 in Berlin ein. Der Putschversuch rechter Militärverbände scheiterte jedoch an einem politischen Generalstreik unter Führung der Gewerkschaften. Am 15.3.1920 war das gesamte Land faktisch still gelegt: in keiner Fabrik wurde gearbeitet, kein Laden wurde geöffnet, so dass den Putschisten keine ökonomische Basis blieb. Geschätzte 12 Millionen Menschen waren im Ausstand, es war der größte Streik in der deutschen Geschichte.
Bis weit ins Bürgertum reichte die Solidarität gegen die rechten Putschisten. SozialdemokratInnen, Gewerkschaften, USPD, KommunistInnen und Unorganisierte bildeten spontan Aktionsausschüsse. Den Kapp-Putschisten war somit jegliche Möglichkeit des Regierens genommen. Bereits am 18.3.1920 flohen sie oder zogen sich, teils blutige Rache nehmend, zurück.
Doch im Zuge dieser Ereignisse bewaffnete sich vielerorts die organisierte Arbeiterschaft und stellte auch weiter gehende Forderungen, wie die Entwaffnung der konterrevolutionären Organisationen oder die Enteignung der Schlüsselindustrien. Im Ruhrgebiet führte das zur Aufstellung einer „Roten Armee“, die wenig später nach schweren Kämpfen mit regierungstreuen Freikorps und der Reichswehr zerschlagen wurde.
Die Erfahrungen des erfolgreichen Generalstreiks gegen den Kapp-Putsch lehrten einerseits die Stärke einer einigen ArbeiterInnenschaft und dienten als Vorbild für die spätere Propagierung der „Einheitsfront-Aktion“ und „Antifaschistischen Aktion“ gegen den bevorstehenden Faschismus. Zugleich dokumentiert die Taktiererei der SPD mit rechten Freikorpsverbänden und deren skrupelloser Einsatz gegen aufständische ArbeiterInnen wiederholt den tiefen Riss, der durch die ArbeiterInnenbewegung ging – und der ihr 1933 mit der Machtübertragung an die Faschisten zum Verhängnis werden soll.

„Her zu uns!“ Zur historischen Antifaschistischen Aktion von 1932

Als die KPD am 25.5.1932 die Antifaschistische Aktion ausgerufen hat, war dies auf den ersten Blick ein strategi­sches Aktionsbündnis von KPD und SPD. Die KPD wollte eine Einheitsfront aller AntifaschistInnen aus ArbeiterInnen der KPD, SPD, christlich or­ganisierten ArbeiterInnen, gewerk­schaftlich Organisierten und Unorga­ni­sierten, Beamten, BäuerInnen, Hand­­­­werkerInnen und Intellektuellen schaffen. Die SPD-Spitze stellte sich ge­gen die Einheitsfrontpolitik und verbot ihren Mitgliedern die Beteiligung an der Antifaschistischen Aktion.
Auf den zweiten Blick aber stellen wir fest, dass diese Initiative nicht (nur) von den Führungen der beiden Parteien ab­hing. Die Antifaschistische Aktion war vielmehr von der Bewegung selbst geschaffen. Die Verkündung durch die KPD war eher eine offizielle Verlautbarung der bereits umgesetzten Kämpfe. Kleinere Abspaltungen wie die Kommunistische Arbeiterpartei Deutsch­lands KAPD hatten schon zu­vor auf eine Kurskorrektur gedrängt und an der Basis darauf hin gearbeitet. Eine Antifaschistische Aktion der Basis für uns ein positiver Bezugspunkt.
Einheitsfrontbewegungen gab es schon seit den 1920er Jahren mit der Abwehr des Kapp-Putsches. 1922 gab es auf Drängen der KPD Einheitsfrontaktionen gegen den faschistischen Mord am damaligen deutschen Außenminister Walter Rathenau (Deutsche Demokratische Partei DDP). Einen direkten Vorläufer der Antifaschistischen Aktion bildete der am 28.9.1930 gegründete Kampfbund gegen den Faschismus KGF. Nachdem der KPD-nahe Rote Front­kämpferbund RFB ein Jahr zuvor verboten wurde, sollte der KGF nun die Funktion als „überparteiliche Massenorganisation der Straße“ übernehmen. Auf Grundlage der Einheitsfrontidee or­ganisierten sich in diesem Bund weite Teile der ArbeiterInnenschaft in den Betrieben, Stadtvierteln und Häuserblocks gegen die Faschisten. Mit Ausrufung der Antifaschistischen Aktion 1932 gingen die Ortsgruppen des KGF meist in der neuen Organisation auf.
Der Kampfbund gegen den Faschismus verweist als praktische Initiative zur Organisierung der ArbeiterInnen auf einen zweiten, auf der Handlungsebene wichtigen, Punkt: in ihren Lebensumfeldern leisteten die AntifaschistInnen direkten, teils militanten, Widerstand gegen Faschisten. In der Antifaschistischen Aktion wird dies durch die Idee des Roten Massenselbstschutz fortgeführt. Dieses Konzept wurde aus der Notwendigkeit in den Betrieben und ArbeiterInnenvierteln heraus entwickelt und wurde als überparteiliche Zusammenfassung aller antifaschistischen ArbeiterIn­nen gesehen. Der Rote Massenselbstschutz kämpfte ge­­­gen Faschisten auf der Straße und in den Betrieben und schützte Wohnungen und weitere eigene Orte der ArbeiterInnen. Antifaschistisches Handeln kann also nicht durch völlige Verantwortungsübertragung auf übergeordnete Strukturen wie die Parteiführung um­­gesetzt werden, son­­dern muss aus Ei­geninitiative in ver­schiedenen Arten der Auseinandersetzungen geschehen.
Ein dritter uns wich­­tiger Punkt bestärkt ebenfalls den eigenverantwort­li­chen Widerstand: Nicht nur die Basis handelte selbst­organisiert, sondern auch die KPD-Führung entgegen der ihr überstehenden Kommu­nistischen In­ternationale (Kom­intern). Die Ausrufung der Antifaschistischen Aktion wurde entgegen dem Willen der Komintern bzw. der Kommunistischen Partei der Sowjetunion KPdSU umgesetzt.
Die Machtkämpfe innerhalb der KPdSU nach Lenins Tod 1924, die sich v.a. zwischen Stalin und Trotzki abspielten, waren eine Basis für die „Sozialfaschismusthese“, die in Deutschland verfolgt wurde: Stalin und seine Anhänger bereiteten sich auf einen Kampf vor gegen alle, die nicht ihre Linie verfolgten. Sie trafen Absprachen mit der Leitung der KPD, die auch in Deutschland den Kampf gegen „abweichende Kräfte“ führen sollte. So wurde nun die SPD als „sozialfaschistisch“ betrachtet und musste nach dieser Logik als erstes bekämpft werden. Dies verkannte nicht nur die Gefahr des Faschismus, sondern vertiefte auch die Spaltung und Schwächung der Linken.
Der These vom Sozialfaschismus stand die Totalitarismustheorie und -praxis der SPD gegenüber. Der Niederschlagung der revolutionären Kämpfe ließ die SPD 1929 das Verbot des 1. Mai (Blutmai) und das Verbot des RFB folgen. Diese Praxis begründeten sie mit einer vermeintlichen Gleichsetzung von KommunistInnen mit den Nazis.
Angesichts der nicht mehr zu ignorie­renden faschistischen Gefahr rückt die KPD-Führung dann 1932 unabhängig von der Komintern von der Sozialfaschis­musthese ab und beschließt hingegen den Kurs der Antifaschis­tischen Aktion mit dem Einheitsfrontgedanken.

„Die Vernich­tung des Nazismus mit sei­nen Wurzeln ist unsere Losung“ Widerstand und Selbstbefreiung im KZ-Buchenwald

Mitte Juli 1937 wurden die ersten Häftlinge ins Konzentrationslager KZ Buchenwald gebracht. Unter ihnen waren vorwiegend politische Häftlinge, die sich von vornherein im Lager unter lebensbedrohlichen Umständen um eine Weiterführung ihres antifaschistischen Widerstandes bemühten. Ihr Wille, ihr Mut und ihre entschlossene Organisierung führten 1945 zur einzigen Selbstbefreiung der Häftlinge eines Konzentrationslagers.
Der Selbstbefreiung voraus gingen nicht nur jahrelange Vorbereitungen, sondern auch widerständige Handlungen im Lageralltag. Trotz Widersprüchen und Drahtseilakten entschieden die politischen Häftlinge 1938/1939, Lagerfunktionen zu übernehmen. So konnten sie das Leben der Häftlinge sogleich erleichtern und die Rahmenbedingungen für einen organisierten Widerstand schaffen. Als Antifaschisten konnten sie in der Funktion als Kapos, Blockälteste oder Schreiber für die SS zumindest zum Teil ihren Mithäftlingen und Genossen helfen, wie dem ehemaligen Résistance-Kämpfer und KP-Mitglied Jorge Semprún. Diesen wollte die SS gezielt ermorden, was ein kommunistischer Schreiber in den Häftlingslisten lesen konnte, so dass die Genossen einem Sterbenden aus der Krankenstation seinen Namen gaben und ihm selbst damit das Leben retteten.
Im Sommer 1942 beschloss die illegale Leitung der KPD im KZ Buchenwald einen bewaffneten Kampf gegen die SS und baute eine Militärorganisation auf. Sie gründeten das Internationale Lagerkomitee, das zur Aufgabe hatte das Leben der Antifaschisten zu erhalten, kampfbereite Kräfte zusammenzuschließen, die Kriegsproduktion zu sabotieren und die bewaffnete Auseinandersetzung mit der SS vorzubereiten. Auch Häftlinge aus der Sowjetunion, Frankreich, Jugoslawien, Polen, Spanien und anderen Ländern bauten militärische Gruppen auf, die sich zur Internationalen Militärorganisation IMO zusammenschlossen. Von nun wurden Waffen der SS geklaut, Molotowcocktails und Handgranaten selbst gebaut, der Waffenbestand der SS dokumentiert, das Lager bis ins Detail vertraut gemacht. Am Ende hatte die IMO 1 Maschinengewehr, 96 Karabiner, ca. 100 Pistolen, 16 Wehrmachtshandgranaten, 107 eigens gebaute Handgranaten, 1100 Molotowcocktails, 50 Hiebwaffen und 80 bis 100 Stichwaffen.
Mit der konkreten Planung des Aufstands wurde im Sommer 1943 begonnen. Die Funktionshäftlinge im Kran­kenbau richteten ein, dass die führenden Funktionäre der Leitung, Heiner Studer und Otto Roth, für mehrere Tage krank geschrieben wurden, damit sie in einem Krankenzimmer mit den konkreten Planungen beginnen konnten. Sie erarbeiteten zwei Pläne, den Offensivplan und den Defensivplan. Ersterer lag die Überlegung zugrunde, dass sich zu Kriegsende – ähnlich wie 1918 – eine revolutionäre Bewegung entwickeln würde. In diesem Fall sollte die SS per Überraschungsangriff bekämpft werden, so dass mit deren Waffen Verbände weiterkämpfen können. Ein Jahr später wurde dieser Plan wieder fallengelassen. Der Defensivplan allerdings sollte bei einer akuten Vernichtungsbedrohung des Lagers durch die SS zum Tragen kommen. Dieser wurde zwei Jahre später in die Tat umgesetzt.
Anfang April 1945 war den organisierten Häftlingen klar, dass die Rote Armee kurz vor Berlin und die US-Army 40 km vor Buchenwald stand. Am 5. April kommt der Befehl von der Lagerleitung, dass „alle Juden auf dem Appellplatz“ antreten sollen. Damit war offenkundig, dass eine Evakuierung, d.h. ein Todesmarsch, kurz bevor stehen sollte. Die widerständigen Häftlinge setzten auf eine Verzögerungstaktik und verbrannten alle Karteikarten, mit denen jüdische Häftlinge hätten ausfindig gemacht werden können. Mehrere hundert jüdische Häftlinge entfernten sich den gelben Stern von der Häftlingskleidung. So waren sie nicht mehr zu identifizieren. Da klar war, dass der deutsche Faschismus in seinen letzten Zügen stand, wurden am 8. April 1945 die Waffen aus den Verstecken geholt. Die US-amerikanische und die Rote Armee wurden von den Häftlingen angefunkt, dass sie Unterstützung brauchen. Mittags um 12 Uhr erschien nach Aufforderung durch die SS niemand mehr auf dem Appellplatz. Somit verhinderten sie die Evakuierung des ganzen Lagers und retteten 21.000 Häftlingen das Leben. Ab dem 10. April war bereits Artilleriefeuer zu hören, so dass die Alliierten nicht mehr weit sein konnten. Die SS-Männer fingen daraufhin an, ihre Flucht vorzubereiten. Am 11. April 1945 rannten viele von ihnen endgültig weg. Die Häftlinge bemächtigten sich der SS-Waffen und hissten um 15:15 Uhr eine weiße Fahne auf dem Tor. Der Befehl zum Aufstand war gegeben! Das nun offen auftretende La­gerkomitee und die militärische Leitung übernahmen das Lager und sicherten es gegen noch drohende faschistische Angriffe. Die SS-Leute, die sich noch im Lager befanden wurden von den – nun ehemaligen – Häftlingen gefangen genommen. Zudem machten sie sich in die umliegenden Wälder und Orte auf, um umherziehende, fliehende SS-Männer gefangen zu nehmen. So stieß eine Gruppe bis Klein-Obringen vor, wo sich eine SS-Siedlung befand, in der die Scharführer der Kommandantur wohnten. Die Siedlung hatten die Häftlinge errichten müssen. Bei der Durchsuchung fanden sie tatsächlich den Hauptscharführer aus der politischen Abteilung. Sieben weitere Kommandanturangehörige setzten sie in der weiteren Umgebung fest und steckten alle in den Bunker. Insgesamt konnten die IMO und andere politische Häftlinge 220 SS–Leute gefangen nehmen, die sie der am 13. April 1945 eintreffen US-Armee übergaben.

Bei einer Trauer­kund­gebung auf dem Appell­platz des Lagers traten die ehemali­gen Häft­linge am 19. April 1945 nach Nationalitäten ge­ordnet an und schwu­ren:

„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.“

Der antifaschistische Widerstand und die Rolle der Kom­munistInnen war in der DDR Teil der Staatsideologie. Das Handeln der Antifaschisten im KZ Buchenwald bei Weimar nahm dabei eine besondere Bedeutung ein. In umfangreicher Erinnerungsliteratur und Filmen wie „Nackt unter Wölfen“ (1963 DEFA nach dem gleichnamigen Roman des ehemaligen Buchenwald Häftlings Bruno Apitz) wurden die Verbrechen des Faschismus dokumentiert und der Widerstand positiv wiedergegeben. Ziel war es, die Weltöffentlichkeit und insbesondere auch die eigene deutsche Bevölkerung im Sinne eines „Nie wieder Faschismus!“ aufzuklären. Problematisch war der letztendlich „verordnete staatliche Charakter“ dieses Antifaschismus und die teilweise vereinfachende Sicht, die auf die Rolle der Kommunisten verengt wurde oder in der gar unhistorisches hinzu erfunden wurde. So bereicherten uns die DDR-Geschichtsschreiber um einen offenen Sturm der Häftlinge auf das Torhaus des Konzentrationslagers Buchenwald, den es so in der Wirklichkeit nicht gegeben hatte.
Dem gegenüber stand in der BRD eine durch die Kontinuität der alten Nazi-Eliten und krassem Antikommunismus geprägte Verdrängungskultur. Ehemalige KZ-InsassInnen sahen sich in den 1950er Jahren im Rahmen des KPD-Verbotes vor Gericht bald ihren alten Nazi-Richtern erneut gegenüber. Erst mit den neuen sozialen Bewegungen der 1960er Jahre gelang es, diese alten Eliten ins Wanken zu bringen. An der zunehmenden Rechts-Entwicklung Deutschlands zu einer remilitarisierten, nach Weltmacht strebenden Nation, änderte das jedoch nichts.
Das Selbstverständnis der BRD spiegelt sich zwangsläufig auch in der Gedenkkultur wider. Innerhalb der verdrängenden Sichtweise auf den Faschismus „wir haben von allem nichts gewusst“ und „man konnte nichts dagegen tun“ hat die Möglichkeit, Widerstand zu leisten, zwangsläufig keinen Platz. Dem guten Gewissen der nationalen Geschichtsschreibung darf lediglich militaristischer (Stauffenberg) oder pazifistischer (Weiße Rose) Widerstand zuträglich sein. Kommunistischer und/oder bewaffneter Widerstand wird hingegen systematisch ausgeblendet.
Als 1990 die DDR an die BRD angeschlossen wurde, machten sich die kapitalistischen Sieger sogleich auch über die Gedenkstätten des realen Sozialismus her. In einem ersten Schritt wurde die historische Leistung der Buchenwald-Häftlinge, sich selbst befreit zu haben, in Frage gestellt und innerhalb der Gedenkstätten-Ausstellung in den Hintergrund gedrängt. Ab Mitte der 1990er Jahre wurde dieses Vorgehen durch offene Geschichtsrelativierungen gesteigert. Der Totalitarismustheorie folgend wurden die faschistischen Konzentrationslager mit politischen Verhältnissen in der DDR gleich gesetzt. Die kurzzeitige Nutzung ehemaliger Konzentrationslagergelände durch alle Alliierten, um Nazikriegsverbrecher zu internieren, wurde nun ausschließlich der Sowjetunion und der späteren DDR angelastet.
Auch über die bis heute andauernde „weiter Nutzung“ ehemaliger Konzentrationslager-Gebäude wird in der Öffentlichkeit kein Wort verloren. So wird beispielsweise das Gelände des ehemaligen Jugend- und Frauen-Konzentrationslagers Moringen (bei Göttingen) als forensische Psychiatrie genutzt. Das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme (bei Hamburg) wird bis heute als Knast genutzt.
Im Zuge dieser Geschichtsverdrehungen findet sich heute auf dem Gelände Buchenwalds eine ständige Ausstellung zum „Sowjetischen Speziallager Nr. 2“. Im Gedenkstätten-Shop wird allerlei Gräuelliteratur vertrieben, die die viel konsequentere Entnazifizierung in der Sowjetischen Besatzungszone zum Unrecht diffamiert.

„Spasibo heißt danke!“ 8. Mai 1945 – Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus

Als die faschistische Wehrmacht am 8. Mai 1945 kapitulieren musste, war dies für all jene Menschen, deren Länder von den Deutschen besetzt und mit unvorstellbarem Terror überzogen worden waren, ein Tag der Freude und Befreiung. Der deutsche Faschismus war besiegt, und die Shoah hatte ein Ende. Für die Menschen in den KZs oder in den Folterkellern der Nazis markiert der 8. Mai 1945 das Überleben und den Sieg über die von den Nazis beschlossene Vernichtung. Für hunderttausende ZwangsarbeiterInnen in den Arbeitslagern deutscher Unternehmen endete ihre brutale Ausbeutung. Allein in Göttingen und Umgebung wurden über 20.000 ZwangsarbeiterInnen mit dem Vormarsch der alliierten Truppen befreit. Dieser Tag ist ein Grund zum Feiern - damals wie heute! Er markiert ein symbolisches Datum.
Darüber hinaus gilt es auf Kontinuitäten hinzuweisen und das Blickfeld zu erweitern. Denn für den Großteil der Weltbevölkerung endete der II. Weltkrieg erst mit dem Sieg über die japanischen Faschisten am 2. September 1945. Für die Menschen in den ehemaligen Kolonien folgte nun in diesem Machtvakuum unmittelbar der Versuch der imperialistischen Staaten, koloniale Ordnung wieder herzustellen. So begann bspw. mit einem Massaker an 40.000 Menschen durch die Kolonialmacht Frankreich am 8. Mai 1945  der algerische Unabhängigkeitskrieg. Die folgenden Befreiungskämpfe auf der ganzen Welt standen unter den Voraussetzungen der Systemkonfrontation unter Führung der USA und der Sowjetunion (SU).
Unter diesen Bedingungen bauten die westlichen Alliierten die spätere BRD zu einem kapitalistischen Frontstaat gegen die SU aus. Dabei bedienten sie sich häufig der alten Nazis: Juristen, die im Faschismus für die Nürnberger Gesetze zuständig waren, waren nach 1945 an der Ausarbeitung der bundesdeutschen Verfassung beteiligt. Der Nazi-Marinerichter Hans Filbinger, der kurz vor Kriegsende trotz Alternativen Deserteure zum Tode verurteilte, wurde nach Kriegsende von den Briten an seinem bisherigen Gericht wieder eingesetzt. Er trat in die CDU ein und wurde von 1966 bis 1978 Ministerpräsident Baden-Württembergs. Hanns Martin Schleyer war erst NS-Funktionär, nach 1945 Wirtschaftsfunktionär. Von 1973 bis zu seinem Tod 1977 war er Arbeitgeberpräsident und Vorsitzender des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Dies sind nur einige Beispiele. Die westdeutsche Sichtweise von der „Stunde Null“ nach Ende des Faschismus verleugnet diese personellen und strukturellen Kontinuitäten. Der 8. Mai 1945 wird bis heute von  Rechtskonservativen bis in die CDU nicht als Befreiung, sondern als Niederlage begriffen.
Ende der 1990­er Jahre interpretieren SPD und Grüne die deutsche Geschichte auf ih­re eigene Weise. Glaub­würdiger als die Konservativen ver­künden sie, aus dem Faschismus gelernt zu haben, sich der Ver­ant­wortung, die aus der Geschichte resultiert, zu stellen, anstatt sie unablässig zu leugnen. Die perfide Konsequenz aus diesem „neuen positiven Nationalbewusstsein“ ist im März 1999 der erste deutsche Angriffskrieg nach 1945. Unter dem her­bei gelogenen Vorwand „ein neues Auschwitz verhindern zu wollen“ (damaliger Außenminister Joseph Fischer, Grüne) bombardiert deutsches Militär zum dritten Mal im zwanzigsten Jahrhundert die jugoslawische Haupt­stadt Belgrad.

Dem entgegen stellen wir 65 Jahre nach dem deutschen Faschismus unser „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“

Regionale Geschichte erarbeiten!
Zum Leben des KPD-Abgeordneten und antifaschistischen Widerstandskämpfers Karl Peix aus Bad Lauterberg im Harz.

Noch als Jugendlicher wurde Karl Peix (geboren am 27.3.1899 in Herzberg) im Ersten Weltkrieg Frontsoldat. Danach arbeitete der gelernte Pinselmacher ab Dezember 1919 als Aufträger im Emaillierwerk der Lauterberger MIAG. Hier lernte er noch im selben Jahr seine spätere Frau Marie kennen. Schon kurz nach seinem Arbeitsantritt setzte sich Peix für die Rechte der Belegschaft ein, was ihm immer größere Konflikte mit der Betriebsleitung und schließlich eine Kündigung einbrachte. 1920 trat er in die USPD ein, diese hatte sich 1917 als unabhängiger linker Flügel von der SPD abgespalten. Als 1921 in Bad Lauterberg die KDP gegründet wurde, gehörte Karl zu den ersten Mitgliedern. Auch Marie Peix tritt in die Partei ein und wird zur Aktivistin der Bad Lauterberger KPD. Der Unterbezirk sollte bald 400 Mitglieder zählen – bei damals 6000 EinwrInnen!

Bereits ein Jahr zuvor, im März 1920, formierte sich auch in Bad Lauterberg eine Arbeiterwehr gegen den Kapp-Putsch. Junge Proleten, deren Durchschnittsalter zwischen sechszehn und Anfang zwanzig lag, stellten die Mehrzahl der Aktivisten. An Ausfallstraßen und strategisch wichtigen Punkten in der Stadt zogen bewaffnete Trupps auf. Daraufhin marschierten Reichswehrtruppen auf Bad Lauterberg. Ihre aussichtslose Lage erkennend, ließen die Arbeiter ihre Waffen verschwinden und leisteten keinen weiteren Widerstand. Trotzdem kam es nach der Besetzung der Harzstadt zu einigen Verhaftungen und später auch Verurteilungen.
Als die KPD ab 1928 immer Stärker wurde, stand Karl Peix als Vorsitzender des Unterbezirkes Lauterberg (UBL) an ihrer Spitze. Anfang der 1930er Jahre war er für die KPD im Stadtrat Bad Lauterberg, als Abgeordneter im Kreistag Osterode und im Provinziallandtag Hannover. Bei den Wahlen ist der KPD-Stimmenanteil so hoch wie im roten Wedding in Berlin und überflügelt die SPD. Es gab in dieser Zeit viele Streiks und soziale Auseinandersetzungen, in denen die Partei ihre führende Rolle im Südharz immer wieder unter Beweis stellte. Die Nazis trafen hier auf den massivsten Widerstand im ganzen Harzgebiet.

Im April 1932 wollten die Faschisten mit einem Aufmarsch in Bad Lauterberg Flagge zeigen. Dazu mussten sie alle „Stürme“ aus der Region mobilisieren, wenn sie sich durchsetzen wollten. Im heutigen Hotel Riemann, damals das Schützenhaus und Sturmlokal der NSDAP, sammelte sich die SA unter starkem Polizeischutz. Ihr Ziel war es, über die Hauptstraße durch das Zentrum der Stadt zu marschieren und damit der Region und den AntifaschistInnen zu zeigen, dass jetzt die NSDAP das Sagen habe. Am Postplatz formierten sich die AntifaschistInnen, der Naziaufmarsch endete in einer heftigen Straßenschlacht, in deren verlauf die Faschisten „von der Straße gefegt wurden“. An der Auseinandersetzung war auch Karl Peix beteiligt. Die Nazis strengten später ein Verfahren wegen Landfriedensbruch gegen ihn an, da er den SA-Fahnenträger angesprungen und versucht hätte, ihm die Fahne zu entreißen. Vor Gericht wurde er zwar frei gesprochen, gegen ihn folgten aber ein Schußwaffenanschlag und ein Überfall auf das Wohnhaus von Karl und Marie Peix.
Gegen die Machtübertragung auf die Faschisten streikten am 30.1.1933 in Bad Lauterberg die ArbeiterInnen, an den Fabrikschornsteinen wurden rote Fahnen gehisst. Die KommunistInnen versuchten einen Generalstreik zu inszenieren. Doch die Streikaktionen in der kleinen Harzstadt konnten keine große Kraft entfalten. Nach wenigen Tagen brach der Streik in sich zusammen. Es kam zu mehreren Verhaftungswellen und am 19.9.1933 zur größten Razzia, die jemals im Landkreis Osterode stattgefunden hatte. Allein bei dieser Aktion gab es 251 Festnahmen. SA als Hilfspolizei und BürgerInnen als DenunziantInnen begannen ein Kesseltreiben gegen die AntifaschistInnen. Karl Peix befand sich zunächst nicht unter den Verhafteten, er trat noch bei den letzten beiden KPD-Veranstaltungen im März 1933 in Bockelnhagen bei Bartolfelde und in Willensen bei Osterode als Redner auf. Bis Oktober 1933 gelang es ihm, den Faschisten immer wieder zu entkommen und sich aktiv an der Organisierung des antifaschistischen Widerstandes zu beteiligen. Als er in Hannover gefasst wurde, hatte er umfangreiches Agitationsmaterial bei sich, u.a. 70 Exemplare der „NAZ“ (Neue Arbeiterzeitung, Zeitung der KPD – Bezirk Niedersachsen).
Peix ging durch die Folterkeller der SA in Hannover und durch verschiedene weitere Gefängnisse. Kurz vor seinem Abtransport zum Prozess vor dem II. Strafsenat des Oberlandesgerichtes Hamm (Westfalen) wurde seiner Frau Marie Peix zwei Stunden Sprechzeit unter strengster Aufsicht gewährt. Marie wurde als KPD-Mitglied zusammen mit der damaligen Kommunistin Hannah Vogt am 3.6.1933 der erste weibliche „Schutzhäftling“ im KZ-Moringen.
Karl kam schließlich ins KZ Buchenwald. Die mörderischen Arbeitsbedingungen des im Jahr 1937 eingerichteten KZs hatten die Errichtung eines Krankenreviers notwendig gemacht. Allerdings waren die Verhältnisse in diesem Krankenbau entsetzlich. Von der SS eingesetzte und ihr treu ergebene gewöhnliche „kriminelle“ Häftlinge (von der SS als „Berufsverbrecher BV“ kategorisiert) fungierten als Verantwortliche und malträtierten die Kranken. Von medizinischer Versorgung konnte kaum die Rede sein.
Während dieser Zeit kam Karl Peix als Sanitäter in das Krankenrevier. Zusammen mit anderen politischen Gefangenen organisierte er den Kampf gegen die „BV–Häftlinge“. Schließlich konnte das Krankenrevier unter die Verantwortung von politisch Inhaftierten gebracht werden. Ein paar Monate später gelang es den Antifaschisten, auch Walter Krämer als Funktionshäftling im Krankenbau unterzubringen. Krämer hatte seit Mai 1932 die Nachfolge von John Schehr als politischer Sekretär der Bezirksleitung der KPD in Niedersachsen angetreten. In der Reichstagsbrandnacht vom 27. auf den 28.2.1933 wurde er in Hannover verhaftet und kam 1937 aus dem KZ-Lichtenburg nach Buchenwald. Walter Krämer wurde zur legendären Gestalt der Widerstandsgruppe im Krankenrevier. Angetrieben durch das Leid und Elend der Kameraden, eignete er sich Fähigkeiten zur Behandlung der Kranken an. Er studierte alle verfügbaren Bücher und ließ sich wichtige Kenntnisse von inhaftierten jüdischen Ärzten vermitteln. Krämer war schließlich in der Lage, selbstständig Operationen durchzuführen. Im April 1939 setzte ihn die SS als 1. Pfleger vom Dienst ein und Karl Peix als seinen Stellvertreter. „Die Übernahme der Funktion eines Revierkapos brachte moralische Konflikte mit sich. Der Kapo war den SS-Ärzten unterstellt und musste weitgehend deren Weisungen erfüllen. Zwar vermochte er manches zum Besseren zu wenden, aber es stand nicht in seiner Macht, die Verbrechen der SS an Kranken zu verhindern.“, lautet ein Zitat aus der Broschüre „Arzt für die Häftlinge“ von Bodo Ritscher (Weimar-Buchenwald 1988), die das Dilemma, in denen sich die politischen Funktionshäftlinge befanden, beschreibt. Dennoch verbesserte sich die Situation für die Kranken grundsätzlich.
Allerdings blieb die Lage für die Widerstandsgruppe im Krankenrevier riskant. Brisant war schon allein der Einblick, den die Gruppe in die Korruption hatte, mit denen sich SS-Männer im Lager bereicherten. Auch dass einige SS-Offiziere lieber die Häftlinge konsultierten als ihre eigenen Ärzte, brachte kaum Sicherheit für die Antifaschisten. Im Gegenteil: Welch Damoklesschwert schwebte über den Häuptern von Krämer und Peix durch die Syphilis, die sich der Lagerkommandant Koch insgeheim von ihnen behandeln ließ? Dazu kamen die Widerstandsaktionen gegen die Anordnungen der SS. Als z.B. die ersten 2000 sowjetischen Gefangenen im Oktober 1941 im KZ eintrafen, behandelten die Häftlingskapos die Kranken trotz eines Verbotes. Nicht lange danach befahl der Lagerkommandant Koch, die Häftlinge Krämer und Peix ins KZ Fernkommando nach Goslar zu verlegen, ein Außenlager, das vom 25. November 1940 bis zum 7. Dezember 1942 existierte und in dem 140 KZ-Häftlinge interniert waren. Peix und Krämer sollten auf Befehls Kochs ermordet werden. Wenige Tage nach ihrer Ankunft in Goslar wurden sie fast zeitgleich am 6. November 1941 erschossen. Bereits am übernächsten Tag, am 8. November 1941, waren beide Leichen im Krematorium des KZ Buchenwald eingeäschert. Die Selbstbefreiung des Lagers am 11. April 1945 konnten sie nicht erleben. Ihre Mörder wurden nie zur Rechenschaft gezogen.
Mitten im Krieg entstand im Harz ein riesiger, hochmoderner Rüstungskomplex. Als die Produktion Anfang 1945 eingestellt werden musste, wurden die zwangsarbeitenden KZ-Häftlinge durch den Harz gehetzt. Am 8.4.1945 erklärten die Nazis den Harz gar zur Festung. Zwischen dem 11. und dem 14.4.1945 nahm die US-Armee Bad Lauterberg unter verlustreichen Kämpfen ein.
1949 wurde für Karl Peix, Otto Bockelmann (geboren am 26.12.1910, starb am 10.11.1943 im KZ-Esterwegen an den Folgen seiner Haft) und Bruno Maue (geboren am 15.9.1894, am 30.12.1939 von den Nazis im KZ-Sachsenhausen ermordet), zwei weitere Antifaschisten aus Bad Lauterberg, von der VVN ein Gedenkstein am Felsenkeller in eben diesem Ort errichtet. Karl Peix´ Urne ruht heute neben dem von Marie auf dem Waldfriedhof in Bad Lauterberg. Marie Peix überlebte den Faschismus und stand in den 1950er Jahren für Interviews zur Vermittlung ihrer Geschichte zur Verfügung.
In der DDR erhielten medizinische Einrichtungen, Schulen, ein Schnellboot der Volksmarine, Kollektive und Straßen den Namen „Walter Krämer“. Über den Häftlingsarzt von Buchenwald wurde geforscht und publiziert. Eine Weiterführung dieser Ehrung erfuhr Krämer durch den Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“, der ihm postum im Jahre 2000 für die Rettung von Juden durch die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem verliehen wurde.


Zum weiter lesen: `links unten´ im Archiv des antifaschistischen Widerstands,
im Roten Buchladen oder über das Antiquariat Walter Markov in Bonn:

• Revolution und bewaffnete Aufstände in Deutschland 1918 bis 1923. Bernd Langer, Göttingen, 2009.
• Kunst als Widerstand. Bernd Langer, Bonn, 1997.
• Wer die Hoffnung verliert, hat alles verloren. Kommunistischer Widerstand in Buchenwald. Ulrich Peters, Köln, 2003.
• Unter den Augen der SS. Otto Roth und der bewaffnete Aufstand im KZ Buchenwald. Arthur Roth, Bonn, 1995.
• Der Tote mit meinem Namen, Jorge Semprún, Berlin, 2002.
• Eh´ die Sonne lacht. Hans Eiden, Kommunist und Lagerältester im KZ Buchenwald. Horst Gobrecht, Bonn, 1995.
• Kreuzweg Ravensbrück. Lebensbilder antifaschistischer Widerstandskämpferinnen. Sigrid Jacobeit, Lieselotte Thoms-Heinrich, Leipzig, 1987.
• 8. Mai 1945 / 8. Mai 1995. Einschätzung und Dokumentation der Kampagne „50. Jahrestag der Zerschlagung des Nazi-Faschismus“. Autonome Antifa (M), Göttingen, 1995.
• Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg. Recherche International e.V., Berlin, 2005.
• Die Ungleichen. Zum 65. Jahrestag der Ermordung von Walter Krämer und Karl Peix im KZ-Außenlager Goslar. Bernd Langer, Göttingen, 2006.
• Göttingen Gänseliesel. Texte und Bilder zur Stadtgeschichte. Geschichtswerkstatt Göttingen, 1989.


Vergangene historische Veranstaltungen der ALI

8. Mai 2005

Aufruf zum 8. Mai 2005Im Jahr 2005, zum 60. Jahrestags der Befreiung vom deutschen Faschismus, haben wir bereits mehrere historische Veranstaltungen organisiert: Wir fuhren zur Gedenkfeier in Buchenwald, veranstalteten die Buchvorstellung "Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg", machten eine Veranstaltung zu Kontinuitäten des Faschismus, feierten den 8. Mai mit einem Konzert und besetzten das Datum politisch mit der Teilnahme an einer antifaschistischen Demonstration in Berlin.


Regionalgeschichte erarbeiten

Im November 2006 beteiligten wir uns an den regionalgeschichtlichen Veranstaltungen mit Bernd Langer zum 65. Todestag von Walter Krämer und Karl Peix. Die beiden waren KPD-Abgeordnete und antifaschistische Widerstandskämpfer. Mit einer Veranstaltungsreihe haben verschiedene antifaschistische Initiativen den Ermordeten gedacht und setzten sich zugleich mit der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung und des Widerstandes gegen den deutschen Faschismus auseinander. In Göttingen, Hannover, Halberstadt, Nordhausen und Bad Lauterberg fanden jeweils Veranstaltungen statt. Die Diavorträge mit Originaldokumenten und Zeitzeugeninterviews wurden von Bernd Langer gehalten. Am Sonntag, den 5. November 2006 nahmen etwa 30 Antifaschistinnen und Antifaschisten an einer Kranzniederlegung am Gedenkstein am Felsenkeller in Bad Lauterberg teil.



Weitere Informationen

Im folgenden verweisen wir auf weitere Publikationen oder Internetbeiträge zur Geschichte des antifaschistischen Widerstands:

Antifaschistische Komitees 1945

Mit den fortschreitenden Siegen der Alliierten traten 1945 auch deutsche AntifaschistInnen auf, die - noch vor Beendigung des II.Weltkrieges - versuchten die gesellschaftlichen und politischen Fragen des zukünftigen Deutschlands selbst in die Hand zu nehmen. Es entstanden in vielen deutschen Städten sogenannte Antifaschistische Komitees, Antifaschistische Ausschüsse bzw. Antifaschistische Aktionen. Ihre Existenz und Hauptwirkungszeit bestand lediglich wenige Monate. Zumeist gründeten diese sich nach unmittelbarer Übernahme der Städte und Dörfer durch die alliierten Militärs oder nahmen an Selbstbefreiungen der Städte kurz vor Eintreffen der allierten Truppen teil (so geschehen in Wuppertal), dies blieb allerdings die Ausnahme. Dazu könnt ihr mehr lesen auf der Internetseite der ehemaligen Autonomen Antifa (M).

Geschichte der Antifaschistischen Aktion

In unserem Aufruf Zur Geschichte des antifaschistischen Widerstands setzen wir uns mit der historischen Antifaschistischen Aktion von 1932 auseinander. Ein Teil unseres Quellenmaterials entstammt dem Text Die Geschichte der Antifaschistischen Aktion (Autonome Antifa M, April 1995). Einleitend heißt es darin: "Um zu verstehen, wie es zur Gründung dieser Initiative kam, ist es notwendig, die geschichtliche Entwicklung zu betrachten, aus der diese Bewegung entstanden ist. Entscheidend für die Politik und organisatorische Gestaltung waren sowohl die Erfahrungen der Kampforganisationen kommunistischer als auch sozialdemokratischer ArbeiterInnen. Darüber hinaus spielten die Erfahrungen und Niederlagen der revolutionären Aufstände innerhalb des Deutschen Reiches und Weimar seit 1918 eine Rolle". Den gesamten Beitrag findet ihr auf der Internetseite der Autonomen Antifa (M).

 

Broschüre zum 8. Mai 1995

Zum 8. Mai 1995, dem 50. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus, veröffentlichte die Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO) die 54-seitige Broschüre 8. Mai 1945/1995 - 50. Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Faschismus. Im Artikel Befreiung ist nicht gleich Freiheit. Die ungebrochene Kontinuität brechen! heißt es: "Ein differenziertes Bild der Befreiung vom Nazi-Faschismus also, ein Bild, das die Traditionslinien der Unterdrückung vor, während und nach dem Nazi-Regime nachzeichnet, das deutlich zwischen Befreiern und Befreiten, Opfern und Tätern unterscheidet und die Ursachen des Faschismus im kapitalistischen System benennt, ein solches Bild läuft sicherlich nicht Gefahr, in die Galerie der staatstragenden Befreiungsfeierlichkeiten eingereiht zu werden". Den ganzen Artikel könnt ihr auf der Internetseite der Autonomen Antifa (M) nachlesen. Einige Druckexemplare der Broschüre werden während unserer Veranstaltungen am Infotisch angeboten.

 

Spanischer Bürgerkrieg

Im April 2009 fand in Berlin eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Venceremos. 1939-2009: 70 Jahre Spanischer Bürgerkrieg und seine Folgen" statt. Der ehemalige Spanienkämpfer Josef Eisenbauer berichtete, was ihn mit 19 Jahren zu den Internationalen Brigaden zog. Vom Widerstand während der Franco-Diktatur erzählten Antonio Camargo Sancho (Gewerkschafter) und Ricard Vargas von der Guerilla MIL. Weitere Infos bei der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB).

Zum Thema erschienen ist ebenfalls die Broschüre "Venceremos - wir werden siegen! 1939 - 2009 Zum spanischen Bürgerkrieg und seinen Folgen". Diese könnt ihr hier downloaden oder links unten im Roten Buchladen für 1 Euro erwerben.

Partisanenwiderstand in Kärnten

Der Autor Raul Zelik hat eine 45-minütige Radiodoku zum antifaschistischen Partisanenwiderstand in Kärnten erstellt. Das österreichische Kärnten war die einzige Region im faschistischen "Deutschen Reich", in der Partisanen bewaffneten Widerstand leisteten. Etwa 500 Männer und Frauen, die meisten von ihnen Angehörige der slowenischsprachigen Minderheit, kämpften in den Bergen bei Klagenfurt gegen die Wehrmacht. Dieser Widerstand wird bis heute selten gewürdigt. Der deutsch-österreichischen Bevölkerungsmehrheit gelten die Partisanen als "Vaterlandsverräter" und Nestbeschmutzer. Weitere Hintergrundinformationen findet ihr auf www.antifa.de.
Bottom Line